Aktionstag „Faires PJ“

Kategorie: Allgemeines

Achtung: Dieser Newsbeitrag ist älter als 3 Monate und könnte veraltete Informationen enthalten!

Liebe Kommilitoninnen und Kommilitonen,

egal in welchem Studienabschnitt ihr euch derzeit befindet und wie weit weg das Praktische Jahr gefühlt noch ist – ihr werdet es absolvieren und ihr könnt euch jetzt dafür einsetzen, dass die Konditionen gut sind, egal wo ihr es absolviert.

Um auf eine bundesweite Regelung im Praktischen Jahr hinzuarbeiten und die Konditionen für alle Medizinstudierenden zu verbessern, hat die Bundesvertretung der Medizinstudierenden in Deutschland (BVMD), eine Petition ins Leben gerufen, bei der es um folgende Forderungen geht:

  1. BAföG-Höchstsatz als Aufwandsentschädigung und für alle über 25-jährigen zusätzlich den Krankenkassenbeitrag
  2. Das Gewähren von Krankheitstagen in gesplitteten Tertialen
  3. Mindestens 4 Stunden Lehrveranstaltungen und mindestens 8 Stunden Selbststudium pro Woche
  4. Persönlicher Zugang zum Patientenverwaltungssystem
  5. Eigene Arbeitskleidung und eigene Aufbewahrungsmöglichkeit für Kleidung und persönliche Gegenstände

Ist dir deine Zukunft eine Unterschrift wert?!
www.openpetition.de/!fairesPJhttp://www.openpetition.de/!fairesPJ


Gerade für diejenigen unter uns, für die es sich am weitesten entfernt anhört, sind die Konsequenzen in Zukunft am stärksten spürbar.

Das PJ ist etwas, das uns alle betreffen wird.

Es ist der Studienabschnitt, der nach dem schriftlichen Examen im 10. Semester (M2) und vor der mündlich-praktischen Prüfung am Ende des Studiums (M3) liegt. Neben der Berufsfeldorientierung soll es Medizinstudierende in ärztliche Tätigkeiten und ärztliche Teilverantwortung unter kontrollierten Bedingungen (die betreuenden Ärzte stehen in der Endverantwortung) einführen und auf eine eigenverantwortliche Tätigkeit als approbierter Arzt vorbereiten. Häufig fühlen sich Studierende aber eben darauf nach dem PJ nicht vorbereitet.
Mangels Zeit oder gemäß dem Motto „es ändert eh nichts, wenn ich etwas sage“ wird das PJ trotzdem zumeist hingenommen, wie es ist. Man freut sich nur, diese Zeit hinter sich zu bringen und ins Berufsleben einzusteigen. Steht es noch bevor, beschäftigt man sich nicht allzu viel damit.

In Münsteraner Lehrkrankenhäusern sind die Konditionen vergleichsweise gut, aber deutschlandweit bestehen häufig folgende Defizite:

  • Die Arbeitszeiten entsprechen denen eines approbierten Arztes, an Lernzeit und Vor-/Nachbereitung ist nicht zu denken.
  • Man wird für Blutabnahmedienste eingeteilt, betreut kaum Patienten.
  • Studentenunterricht findet mangels Dozent/Zeit nicht oder selten statt oder der Dozent ist unvorbereitet.
  • Kleidung und Wertgegenstände können nicht in einem Spind untergebracht werden, nur in einem Raum, zu dem gefühlt jede zweite Person Zugriff hat.
  • Man hat keinen Zugriff auf das Patientenverwaltungssystem oder es dauert sehr lange, bis er eingerichtet ist.
  • Weil das Geld nicht reicht (ab 25 Jahren ist man nicht mehr familienversichert und muss selbst Krankenkassenbeiträge zahlen), muss man abends und am Wochenende anstatt zu lernen oder zu entspannen noch Jobben
  • Die begrenzten Krankheitstage werden vor allem in gesplitteten Tertialen zum Problem – schlimmstenfalls kann aufgrund von mehr als einer Woche Krankheit ein Tertial nicht anerkannt werden.

Für Münster lässt sich sagen, dass immer wieder Gespräche zwischen der Fachschaft Medizin und dem Dekanat initiiert werden konnten, die sich mit diesen strukturellen PJ-Themen vor Ort auseinandersetzen und vor dem Hintergrund der BVMD-Petition auch bereits wieder gemeinsam geplant sind. Inzwischen bestehen Verträge mit den Lehrkrankenhäusern, in denen viele der Forderungen festgelegt sind – hier und dort hapert es trotzdem an der Umsetzung. Und wenn es dann dazu kommt, dass man eine Teil seines PJs eben gerne in einer anderen deutschen Stadt absolvieren möchte, sieht es schon wieder ganz anders aus. Deswegen, und um unsere Kommilitonen deutschlandweit zu unterstützen, stellen wir uns hinter die Petition der BVMD.

Mithilfe deiner Unterstützung der Petition können bundesweite, fakultätsinterne und auch politische Debatten und Entscheidungen eingeleitet werden, aus denen positive Konsequenzen bereits für aktuelle Semesterkohorten entstehen können und hoffentlich werden. Übrigens darf diese Petition auch von nicht-Medizinstudierenden unterschrieben werden, also fleißig teilen.

www.openpetition.de/!fairesPJ

Vielen Dank und viel Erfolg bei den Klausuren, der Examensvorbereitung oder im PJ!


Mit besten Grüßen verbleibend,
Euer PJ-Referat