Die Zukunft der Medizin – Disruptive Innovationen revolutionieren Medizin und Gesundheit

Kategorien: Geschichte, Theorie und Ethik der Medizin, Gesundheitsökonomie, Public Health, und Sonstige.

Titel: Die Zukunft der Medizin – Disruptive Innovationen revolutionieren Medizin und Gesundheit (1. Auflage)
Autor: Erwin Böttinger, Jasper zu Putlitz (Hrsg.)
Verlag: Medizinisch Wissenschaftliche Verlagsgesellschaft
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Preis: 49,95 EUR
Seitenzahl: 414
ISBN: 9783954663989
Bewertung:

Inhalt

Bei diesem Buch handelt es sich nicht um ein Lehrbuch, Atlas oder eine Fallzusammenstellung, wie es andere medizinische Bücher meist sind. Vielmehr ist es eine Sammlung von Aufsätzen diverser internationaler Autoren mit den unterschiedlichsten Hintergründen. Es stellt einen Versuch dar, in der Gegenwert erkenntliche Entwicklungen und Potenziale der Medizin der Zukunft darzustellen. Es richtet sich nicht spezifisch an Studierende oder Mediziner, auch wenn es per se in akademischer Sprache gehalten ist, sondern vielmehr an jeglichen (interessierten) Akteur des Gesundheitssystems. Es soll eine Debatte anstoßen und Visionen zeichnen, wie Digitalisierung, Personalisierung der Medizin und technologische Weiterentwicklungen die Medizin und das Gesundheitssystem zukünftig verändern werden und können und soll Denkanstöße geben, wie wir mit daraus resultierenden ethischen Problemen und Rollenveränderungen umgehen möchten.

Die insgesamt 31 Aufsätze sind sieben thematischen Sektionen zugeordnet:

Digitale, vernetzte und personalisierte Versorgung //Nano-, Micro- und Megatechnologien //Die Überwindung von Handicaps //Der Einfluss von KI auf die Gesundheit //Informations- und Datentechnologien //Neues Denken, neue Rollen, neue Systeme //Perspektiven der Krankenversicherung

Innerhalb dieser Sektionen finden sich Beiträge, die nicht zwingend aufeinander aufbauen oder miteinander verbunden sind – es ist mehr eine grobe thematische Zuordnung. Es finden sich beispielsweise Artikel zur digitalen Vernetzung in der (hausärztlichen) Versorgung, zu Versuchen, Blinden wieder die Chance auf visuelle Wahrnehmung zu geben, ein Bericht über Ada (eine Anamnese- und Diagnose-App), das eRezept, Datenschutz und digitale Krankenversicherung.

Didaktik

Da es sich nicht um ein Lehrbuch, sondern eine Aufsatzsammlung handelt, die eine Diskussions- und Debattengrundlage für alle Beteiligten im Gesundheitssystem geben soll, folgt das Buch auch keinem konkreten didaktischen Konzept. Es hat mehr den Stil einer Fachzeitschrift mit Beiträgen verschiedenster Autoren zu einem Überthema. Dem jeweiligen Beitrag (deren Länge auch stark variiert) folgt in jedem Falle eine Literaturangabe zur weiteren Information und eine Vorstellung der Autoren samt Werdegang und derzeitiger Beschäftigung. Oft werden die Artikel von Abbildungen begleitet, von Fotos bis hin zu aufbereiteten Statistiken oder Grafiken, die das Erklärte veranschaulichen sollen.

Preis/Leistung und Fazit

In einer Zeit, in der wir uns als werdende Ärztinnen und Ärzte zwangsweise an irgendeinem Punkt in der Gegenwart oder nahen Zukunft mit vielen der im Buch behandelten Themen auseinandersetzen werden müssen, ist es eine gute Hilfe, um sich einen Überblick zu verschaffen. Wo die großen Gesellschaften der Medizin sich Gedanken um Digitalisierung in ihrem jeweiligen Fachgebiet machen, wo das Internet und Apps eine immer größere Rolle im Leben der Patienten spielt, ist es sinnig, sich über Entwicklungen und Wege in die Zukunft Gedanken zu machen. Das Buch bietet eine vielseitige Einführung in Möglichkeiten, die sich uns präsentieren werden und bietet die Chance, jetzt darüber zu diskutieren und lenkend einzugreifen. Nicht jeder Artikel wird für jede Leserin/ jeden Leser gleich spannend oder informativ sein, aber in der Zusammenschau, wird ein gutes Gleichgewicht erreicht.

Ob sich eine Anschaffung lohnt, ist schwer zu entscheiden. Für das Studium im engeren Sinne nicht, da es keine Prüfung oder kein Fach in der curricularen Lehre gibt, die die dargestellten Themen behandeln. Zur persönlichen Information und zum Weiterdenken kann es eine Investition sein, über die man nachdenken kann. Knapp 50 € sind für Studierende in der Regel eine recht große Summe, aber eine Anschaffung über die Bibliothek (ggf. auch als Online-Ressource) kann definitiv empfohlen werden.