Feneis‘ Bild-Lexikon der Anatomie

Kategorien: Anatomie.

Titel: Feneis‘ Bild-Lexikon der Anatomie (11. Auflage)
Autor: Wolfgang Dauber
Verlag: Thieme Verlag
Preis: 39,99 EUR
Seitenzahl: 568
ISBN: 9783132427396
Bewertung:

Inhalt

Die Folgende Rezension geht auf das Taschenbuch „Feneis‘Bild-Lexikon der Anatomie“ von Wolfgang Dauber, begründet von Heinz Feineis ein. Es handelt sich um die 11. Auflage eines themengebundenen Lexikons mit 568 Seiten samt Übersicht, Vorwort  und Inhaltsverzeichnis.

Den Kern des Buches bildet das Lexikon, welches der Reihenfolge nach auf die Allgemeine Anatomie, Knochen, Knochenverbindungen, Gelenke und Bänder, Muskeln, Sehnenscheiden und Schleimbeutel, Verdauungs-, Atem- und Urogenitalsystem, Bauch- und Beckenhöhle, Endokrine Drüsen, Herz, Arterien, Venen, Lymphsystem, Hirnhäute, Rückenmark, Gehirn, Hirn- und Spinalnerven, als auch autonomes Nervensystem, Sinnesorgane und Haut- und Anhangsgebilde eingeht.

Didaktik

Die Struktur der Reihenfolge ist im Allgemeinen (v.a. bis zu den Muskeln) gut ersichtlich, danach jedoch teilweise schwerer nachvollziehbar. So gibt es keine Unterteilung in Brust- und Bauchorgane sondern stattdessen eine eher sprunghaft Einteilung in die unterschiedlichen Themengebiete. Es werden unter anderem auch die Gehirn betreffenden Strukturen nicht ausschließlich nacheinander abgehandelt, sondern von anderen Themengebieten unterbrochen. Dies fällt natürlich bei einer reinen Lexikon Nutzung weniger ins Gewicht als bei einem tatsächlichen Lehrbuch.

 Das Lexikon besitzt wenige allgemeine bzw. grundlegende Erklärungen. Es ist also eher als Nachschlagewerk geeignet, wenn man bereits mit den Inhalten vertraut ist.

Gerade dann bietet es allerdings kurze, gut auf den Punkt gebrachte Erklärungen und Definitionen.

Bei den Abbildungen und Nummerierungen handelt es sich ausschließlich um Schwarz-Weiß Zeichnungen bzw. Markierungen. Es sind sehr schöne Zeichnungen, nichtsdestotrotz sind die wichtigen Strukturen nur bei Knochen ausreichend klar auffindbar.

Sowohl die Bänder, als auch Muskeln und Organe wirken  unübersichtlich, da ihre Dreidimensionalität über die sehr linienförmigen Zeichnungen wenig erkennbar ist. Besonders deutlich wird dies bei der in ihrer Gesamtheit höchst komplizierten Autochthonen Rückenmuskulatur. Hier fällt die Orientierung und Raumeinordnung eher schwer. Wenn man also eher auf der Suche nach bunten Abbildungen ist, ist dieses Lexikon die falsche Wahl.

Des Weiteren verkomplizieren unterschiedliche Größendarstellungen die Orientierung. Beispielhaft ist der Bandapparat des Kiefergelenks. Hier ist die Gesamtheit des Bandapparats mit unterschiedlichen Ansätzen und Ursprüngen nicht so leicht ersichtlich, da jede Abbildung aus einer anderen Perspektive in unterschiedlichen Größen abgebildet ist (S.76)

 Die Nummerierung der einzelnen Strukturen erfolgt mit Hilfe von Zahlen. Dieses Prinzip ist einfach zu verstehen, und verhindert eine unübersichtliche Menge an Begriffen neben den Abbildungen. Teilweise ist in einer Abbildung nicht eine kontinuierliche Zahlenreihenfolge vorhanden, sodass man etwas länger in anderen Abbildungen suchen muss um die entsprechende Nummer zu finden. Positiv hervorzuheben ist allerdings eine sehr übersichtliche Teilung jeder Seite in Begriffe (links) und Abbildungen (rechts).

Trotz den aufgeführten negativen Aspekten ist die generelle Handhabung des Lexikons sehr einfach und sinnvoll. Es besitzt eine sehr nützliche Priorisierung der Begriffe sodass wichtige Strukturen hervorgehoben werden. Auch mehrfache Namensgebung und Eigennamen werden erwähnt. Diejenigen, die sich ein wenig Extrawissen aneignen wollen finden zudem in kursiv und dünn gedruckt die sehr detailreichen Begriffe und Strukturen. Das Lexikon ist also für jeden Wissensstand zusätzlich zu einem richtigen Lehrbuch geeignet.

Preis/Leistung und Fazit

Das Preis Leistungsverhältnis des Taschenbuchs ist definitiv fair.

Fraglich ist, ob mit der Einführung von IPads als Buch- und Schreibpapierersatz Taschenbücher, besonders Lexika, noch eine große Zukunft haben werden. Gerade mit 568 Seiten scheint dieses eventuell zu schwer um es täglich bei sich zu tragen. Sehr empfehlenswert ist daher die ebook Version. Vor allem mit der Suchfunktion des iPads lässt sich das Lexikon optimal verwenden