Militärmedizin und Sanitätsdienst im Ersten Weltkrieg

Kategorien: Geschichte, Theorie und Ethik der Medizin und Sonstige.

Titel: Militärmedizin und Sanitätsdienst im Ersten Weltkrieg (1. Auflage)
Autor: Ralf Vollmuth, Peter Mees (Hrsg.)
Verlag: Beta Verlag Bonn
Preis: 24,80 EUR
Seitenzahl: 276
ISBN: 9783927603707
Bewertung:

Inhalt

Die Auseinandersetzung mit der Geschichte von Medizin und Sanitätswesen kann für angehende und fertige Mediziner immer interessant sein – einerseits um sich vor Augen zu führen, wie weit der Fortschritt in der Behandlung und auch dem Umgang mit Patienten inzwischen gekommen ist, andererseits um aus der heutigen Perspektive verstehen zu können, wie gewisse vorherrschende Lehrmeinungen zustande kommen können, um dies in der heutigen Zeit eventuell differenzierter betrachten zu können.

Einen gezielten Einblick auf die Zeit des Ersten Weltkriegs und die Versorgung im Feld bietet hierbei der Sammelband „Militärmedizin und Sanitätsdienst im Ersten Weltkrieg“. Dieser stellt eine bearbeitete Sammlung von insgesamt 18 Artikeln dar, die im Rahmen des Gedenkzyklus „100 Jahre Erster Weltkrieg“ zwischen 2014 und 2018 in der „Wehrmedizinischen Monatsschrift“ veröffentlicht wurden. Dabei wird ein großes Spektrum abgedeckt: Neben der generellen Einordnung des Ersten Weltkriegs in den wissenschaftlichen Kontext wird nicht nur die Versorgung im Stellungskrieg, sondern auch der medizinische Umgang mit den damals neuen Waffen wie Chlorgas und Schwefellost, der Sanitätsdienst der Marine wie auch die zahnärztliche Versorgung der Soldaten beleuchtet. Die jeweiligen Autoren stützen sich hierbei auf Auswertungen alter Patientenakten sowie Auszüge aus verschiedensten Tagebüchern, Sanitätsberichten und auch Sekundärliteratur.

Ein besonderes Augenmerk wird unter anderem auch auf die psychologische Situation der Soldaten im Ersten Weltkrieg gelegt – und die (heutzutage längst unhaltbaren) Lehrmeinungen der damaligen Vorreiter der Psychiatrie und ihre tatsächliche Auswirkung auf die Praxis differenziert beleuchtet.

Didaktik

Da es sich beim vorliegenden Werk nicht um ein Lehrbuch, sondern um einen Sammelband verschiedener wissenschaftlicher Artikel handelt, lässt sich kaum von einem didaktischen Aufbau sprechen. Die verschiedenen Artikel selbst folgen aber einem klaren roten Faden, und sind so hintereinander angeordnet, dass man sie problemlos hintereinander weg lesen kann.

Preis/Leistung und Fazit

„Militärmedizin und Sanitätsdienst im Ersten Weltkrieg“ ist eine äußerst lesenswerte Sammlung von Artikeln über die historische medizinische Versorgung – und dabei deutlich spannender als der erste Eindruck von Titel und Untertitel vielleicht vermitteln mag. Vor allem für historisch interessierte Medizinstudierende und Ärzte eine klare Leseempfehlung.