Symptome Verstehen – Interpretation klinischer Zeichen (KlinikPraxis)

Kategorien: Clinical Skills.

Titel: Symptome Verstehen – Interpretation klinischer Zeichen (KlinikPraxis) (2. Auflage)
Autor: M. Dennis, W. T. Bowen, L. Cho
Verlag: Urban & Fischer Verlag/Elsevier GmbH
Preis: 50 EUR
Seitenzahl: 623
ISBN: 9783439803
Bewertung:

Inhalt

Das Buch „Symptome verstehen – Interpretation klinischer Zeichen“ ist ein Nachschlagewerk zum Erkennen und differenzialdiagnostischem Interpretieren klinischer Pathologika. Es finden sich 362 klinische Zeichen und Befunde, die in sieben verschiedene fachspezifische Gebiete gegliedert sind: 50 muskuloskelettale Befunde, 58 respiratorische, 92 kardiovaskuläre, 17 hämatologisch- onkologische, 45 gastroenterologische, 69 neurologische sowie 31 endokrinologische Befunde.

Die einzelnen Tests oder Symptome werden dann strukturiert erklärt. Zuerst findet sich eine Beschreibung des Untersuchungsbefundes bzw. des Testablaufs. Als nächstes werden die mit einem positiven Testergebnis assoziierten Krankheiten genannt. Es folgt eine Beschreibung des zugrunde liegenden Pathomechanismus. Zuletzt werden, sofern vorhanden, Studien zitiert, die eine Einordnung der Aussagekraft dieses Tests/ Symptoms ermöglichen. Sehr häufig finden sich zur Veranschaulichung Schaubilder und Fotos.

Didaktik

Es gibt zwei Inhaltsverzeichnisse, nach denen die einzelnen Symptome/ Tests sortiert sind: Es ist sowohl nach Fachgebieten als auch in einem zweiten Inhaltsverzeichnis alphabetisch nach Krankheiten sortiert. Man kann also einerseits nach Symptomen suchen (z.B. auskultatorisches Systolikum) und die dazugehörigen Krankheiten finden als auch anders herum die Krankheiten und findet Verweise auf möglichen Tests (z.B. Aortenklappenstenose). Gerade Studenten im PJ, die tendenziell häufiger noch rückwärts denken (also die gelernten Diagnosen im Kopf haben und danach erst nach passenden Symptomen suchen), dürften hier eher das zweite Inhaltsverzeichnis nutzen. Die Struktur der einzelnen Kapitel wiederum ist logisch und strukturiert. Die Pathophysiologie, was im Körper also falsch läuft, damit der Test auffällig ist oder bestimmte Symptome auftreten, sorgt für ein besseres Verständnis und ganz sicher auch zu einem besseren Behalten des Wissens. Wann immer es möglich ist, finden sich in den Kapiteln Flussdiagramme, Grafiken oder Patientenfotos. Letztere sind zum Wiedererkennen am Patienten ganz sicher einiges wert.

Preis/Leistung und Fazit

Klinische Symptome zu interpretieren wird, wenn man Ärzte vom alten Eisen befragt, im Zuge der Technisierung der Medizin immer weniger gelehrt und beherrscht. Die Arbeit an Schallkopf und Röntgenröhre wird bisweilen besser gelehrt als am Stethoskop, den Befund des CTs hat man schneller auf dem Tisch liegen als den der körperlichen Untersuchung… Für die eigene Selbstsicherheit am Krankenbett oder auch das mündliche Staatsexamen ist es jedoch löblich, wenn man sich für bestimmte differenzialdiagnostische Fragestellungen mit klinischen Untersuchungsmethoden weiterhilft. Dies verhilft zu gezielteren weiteren Diagnostik, sodass die technischen Untersuchungen teilweise nur noch zur Bestätigung einer Verdachtsdiagnose benötigt werden. Auch wenn die klinische Untersuchung Jahre der Übung benötigt, bietet das Buch ganz sicher eine gute Unterstützung. Viele der unzähligen klinischen Tests werden hier fein säuberlich aufgeschlüsselt und verständlich erklärt, ob für das richtige Einordnen eines Herzgeräusches oder die Durchführung eines orthopädischen Funktionstest. Es ruft den einen oder anderen Test zurück ins Gedächtnis, zeigt einem neue Untersuchungsmöglichkeiten auf fördert ganz sicher das bessere Verständnis der einzelnen klinischen Tests. Es dient gut als Nachschlagewerk, wer den Inhalt aus dem Buch jedoch vollständig sicher beherrscht, ist wohl ein Meister der körperlichen Untersuchung. Für Klausuren jedoch ist dieses Buch jedoch aufgrund seines großen Umfangs weniger geeignet. Es ist nun mal ein Nachschlagewerk, kein Lehrbuch im eigentlichen Sinne. Für 50€ jedoch eines, das sich durchaus lohnt, es im Berufsleben im Schrank stehen zu haben.