Symptome verstehen – Interpretation klinischer Zeichen

Kategorien: Allgemeinmedizin, Clinical Skills, und Innere Medizin.

Titel: Symptome verstehen – Interpretation klinischer Zeichen (1. Auflage)
Autor: Mark Dennis, William Talbot Bowen, Lucy Cho
Verlag: Urban & Fischer / Elsevier
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Preis: 50,00 EUR
Seitenzahl: 646
ISBN: 9783437439803
Bewertung:

Inhalt

Klinische Zeichen gibt es samt ihrer jeweiligen Eigennamen in der Welt der Medizin zuhauf – sich alle zu merken und mit Namen und Bedeutung griffbereit zu haben, wenn ein Patient mit einem davon in der eigenen Klinik oder Praxis auftaucht, ist ein sehr aufwändiges bis schier unmögliches Unterfangen.

Das Buch „Symptome verstehen – Interpretation klinischer Zeichen“ als Teil der neuen, bislang ausschließlich differenzialdiagnostisch ausgelegten „Klinikpraxis“-Reihe des Urban & Fischer Verlags möchte hier einhaken: Auf 646 Seiten stellen die Autoren insgesamt 368 Zeichen und Symptome detailliert vor, erklären die entsprechenden Tests, verknüpfen sie mit relevanten Erkrankungen und erörtern auch die Aussagekraft – wo verfügbar und sinnvoll auch untermauert durch statistische Daten. Ebenfalls sind die einzelnen Artikel ausreichend bebildert – neben Befundfotos finden sich auch anatomische und radiologische Bilder oder bspw. Atemmusterkurven.

Dabei gliedert sich das Buch in 7 Themengebiete: Eingeleitet wird mit Muskuloskelettalen Befunden, anschließend im Übergang zur Internistik nacheinander Respiratorische Befunde, Kardiovaskuläre Befunde sowie Hämatologische und onkologische Befunde. Teil 5 befasst sich mit neurologischen Symptomen, bevor dann zum Abschluss noch Gastroenterologie und Endokrinologie folgen.

Bei der vorliegenden deutschen ersten Auflage handelt es sich um die Übersetzung der zweiten englischen Auflage.

Didaktik

Da es sich um kein Lehrbuch im klassischen Sinne, sondern eher ein Nachschlagewerk handelt, ist die der didaktische Aufbau nur sekundär relevant. Allerdings lässt sich sagen, dass man als Diagnostiker – vor allem bei den muskuloskelettalen Befunden – schon eine ziemlich genaue Ahnung von der Krankheit des Patienten oder dem Eigennamen des sichtbaren Zeichens haben muss, damit dieses Buch hilfreich ist. Vorne gibt es einerseits das Inhaltsverzeichnis nach Nennung der Zeichen und Symptome, wo diese jeweils nach Themenkomplex alphabetisch sortiert sind und andererseits ein Inhaltsverzeichnis nach Krankheiten, was einer alphabetisch sortierten Liste an Krankheiten diese Symptome unterstellt; das öfter genutzte Verzeichnis wird dabei das letztere sein, wenn man auf der Suche nach den entsprechenden Zeichen und Tests ist. Da diese aufgrund der alphabetischen Sortierung aber nicht unbedingt hintereinander angeordnet sind, kann das zu einer ziemlichen Blätterei ausarten.

Besonders häufige oder wichtige Symptome kennzeichnen die Autoren dabei in Inhaltsverzeichnis und Überschrift als „clinical pearls“.

Preis/Leistung und Fazit

Ein „klassisches“ Differenzialdiagnostik-Buch im Sinne der Herleitung anhand von Leitsymptomen bietet das vorliegende Werk nicht, es ist eher als Ergänzung hierzu nutzbar – oder für den erfahreneren Differentialdiagnostiker, der einzelne Symptome und Tests nachschlagen möchte.  Dies wird allerdings in gutem Rahmen erfüllt, mit kompakten, gut bebilderten Erklärungen sowie dem ein oder anderen Flussdiagramm zum Vorgehen.