Unser täglich Gift

Kategorien: Ernährungsmedizin und Sonstige.

Titel: Unser täglich Gift (1. Auflage)
Autor: Johann G. Zaller
Verlag: Deuticke
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Preis: 20,00 EUR
Seitenzahl: 240
ISBN: 9783552063679
Bewertung:

Inhalt

Der Pestizid-Einsatz in der Landwirtschaft ist nicht erst seit der Debatte um die weitere Genehmigung von Glyphosat durch die EU ein wichtiges Thema unserer Gesellschaft. Mit dem Buch „Unser täglich Gift“ bringt der Wiener Ökologe Johann Zaller, der an der dortigen Universität für Bodenkultur unter anderem an der Wirkung von Pestiziden auf die Umwelt forscht, sein Fachwissen und seine Forschungsergebnisse in ein populärwissenschaftliches Gewand.

Auf 240 Seiten zeichnet er hierbei ein düsteres Bild, von Testverfahren, die lediglich den Kerninhaltsstoff berücksichtigen, nicht aber die Kombination aus Chemikalien, in der diese letztlich auf die Felder ausgebracht werden, von hormonell wirksamen Stoffen, die bereits in kleinsten Dosierungen Veränderungen auslösen, von stetig nach oben korrigierten Grenzwerten und von hohen Anteilen an Produktfälschungen, deren tatsächlichen Inhalt man nicht nachvollziehen kann. Doch er stellt zum Ende seines Buches auch konkrete Lösungsvorschläge bereit, nicht zuletzt mittels einer Reduktion des Pestizideinsatzes, der sehr wohl möglich sei, allerdings seitens der Industrie nicht unterstützt werde. Die über das ganze Buch hinweg gezählten 384 Fußnoten liefern mit den zugehörigen Quellenangaben ausreichend wissenschaftliche Unterfütterung und Belege für die durch den Autor genannten Thesen.

Didaktik

Als nicht fachliterarisches, sondern populärwissenschaftliches Buch ist die Didaktik von „Unser täglich Gift“ eigentlich nicht relevant; der Aufbau des Buches folgt aber einem logischen Konzept: Während sich der erste Teil, „Wo liegt das Problem? Pestizide im Alltag“ mit der Definition eines Pestizids sowie dem allgemeinen Einsatz und den Zulassungsverfahren beschäftigt, bringt Zaller im mit „Was sind die Folgen für Natur und Mensch?“ betitelten zweiten Teil Studienergebnisse zu konkreten Wirkungen von Pestiziden außerhalb des eigentlich gewünschten Effektes. Er beginnt dabei mit seinen eigenen Experimenten und Studien und leitet zu denen von weiteren Wissenschaftlern über. Im abschließenden Buchteil, „Wo liegt die Lösung des Problems?“, bietet der schließlich Lösungsvorschläge an.

Preis/Leistung und Fazit

„Unser täglich Gift“ ist ein klar strukturiertes Buch über die Gefahr des momentanen Pestizideinsatzes aus Sicht eines etablierten Ökologieprofessors. Für 20 Euro bekommt man hier einen wissenschaftlich fundierten Überblick über die Problematiken der Zulassungsverfahren, der unbekannten Wirkungen sowie der Praktiken der Pestizidindustrie geboten – dieser Überblick könnte einem allerdings auch den Appetit sowie den Optimismus verderben. Eine direkte Verbindung zu Inhalten des Medizinstudiums besteht nicht, zur eigenen Information über ein Thema, welches uns alle betrifft, ist die Lektüre aber unbedingt empfehlenswert!