1. Semester

EKM/BFE

Zu Beginn des Semesters be­kommst du in einer Vorlesungsreihe Einblicke in verschiedene „Diszip­linen“ der Medizin.

Chemie

Die Chemie macht im ersten Se­mester den Großteil der Veranstal­tungen und Klausuren aus. Neben der täglichen Vorlesung gibt es wöchentlich ein vierstündiges La­borpraktikum und ein Seminar, bei dem in Kleingruppen die Vorlesung nach- und das Praktikum vorberei­tet werden. Der Stoff gliedert sich in einen AC- und einen OC-Teil (anor­ganische und organische Chemie). Ungefähr vier Wochen nach Vorle­sungsbeginn steht die erste Klausur über die anorganische Chemie an, deren Bestehen Voraussetzung für eine Teilnahme am Praktikum und den beiden Abschlussklausuren ist. Eine Nachschreibklausur findet cir­ca eine Woche später statt. Wenn man diese erste Hürde geschafft hat, folgt der umfangreichere Orga­nikteil der Vorlesung. Das Praktikum umfasst sieben Termine á vier Stun­den. Die Einteilung der Praktikums­gruppen orientiert sich meist an den EKM-Stundenplangruppen des Ifas. Jeder Gruppe ist ein Tutor zugeteilt. Am Anfang eines Praktikumstages wird die Vorbereitung auf den Stoff des Tages (mehr oder weniger ge­nau) in einem Gruppenkolloquium überprüft. Hier empfiehlt es sich, sich mithilfe des Praktikumsbu­ches und der Kochrezepte, die von der Fakultät zur Verfügung gestellt werden, vorzubereiten. Theoretisch ist ein Tutor dazu berechtigt, unzu­reichend vorbereitete Studierende von einem Praktikumstag auszu­schließen, so dass dieser am Ende des Semesters nachgeholt werden muss. Die Versuche müssen in Zweiergruppen protokolliert und in der nächsten Praktikumsstunde ab­gegeben werden. Für das Praktikum benötigt man einen Laborkittel, der zum Beispiel in der Fachschaft oder der Krankenhauswäscherei erwor­ben werden kann. Begleitend zum Praktikum findet einmal wöchent­lich ein Chemieseminar statt, das meist von Doktoranden der Chemie geleitet wird. Die meisten Tutoren sind sehr kompetent, so dass das Seminar eine gute Möglichkeit ist, Verständnisfragen zu klären. Das Seminar und das Praktikum sind Pflichtveranstaltungen, die Teilnah­me wird mit der Scankarte kontrol­liert.

Gegen Ende des Semesters finden im Abstand von circa drei Wochen die Abschlussklausuren über die Praktikumstage 1-4 bzw. 5-7 und die Vorlesungsinhalte statt. Zur Vorbereitung wird während des Semesters meistens ein Chemie- Intensivkurs angeboten. Dieser ist jedoch nur für diejenigen gedacht, die wenig bis kein Vorwissen in Chemie haben, Schulniveau ist als Grundlage völlig ausreichend. Zur Vorbereitung auf die Klausuren sind das Seminarskript, die Vorlesungs­folien, die Praktikumsunterlagen und die Altklausuren aus der Fachschaft sehr hilfreich. Oft hilft es auch, sich ab und an zum Lernen zu treffen, so kann man sich gegenseitig über Verständnisprobleme hinweghelfen und lernt nebenbei noch nette Leute kennen. Jeder wird nach den ersten Wochen für sich selbst entschei­den können, ob er vom Besuch der Vorlesung profitiert oder nicht. Aller­dings wechselt der Dozent nach der Eingangsklausur, deshalb kann man dem Ganzen auch ruhig noch eine zweite Chance geben. Bloß keine Panik, auch wenn sie auf den erste Blick erschlagend wirken mag ist die Chemie mit vernünftiger Vorbe­reitung gut machbar. Das bestehen aller Chemieklausuren ist Voraus­setzung für die Teilnahme am Fach Biochemie im zweiten Semester.

Physik

Auch in der Physik findet jeden Morgen eine Vorlesung sowie ein­mal in der Woche ein Praktikum statt. Die Vorlesung beschäftigt sich hauptsächlich mit der Herleitung der Formeln, die für das Praktikum erforderlich sind. Behandelt werden Mechanik, Optik, Energie- und Wär­melehre sowie Atom- und Kernphysik (im Ansatz). Das Praktikum besteht aus neun dreistündigen Sitzungen in Gruppen von 7-9 Personen, die sich jedoch kaum an den EKM-Gruppen orientieren. Jede Gruppe hat einen Assistenten, der etwa nach der Hälf­te der Praktikumstage wechselt. Be­gleitend zum Praktikum gibt es ein von der physikalischen Fakultät er­arbeitetes Skript, das ein wenig wie ein Kurzlehrbuch gestaltet ist. Auf die einzelnen Praktikumstage sollte man sich unbedingt gut vorbereiten, da zu Beginn ein sogenanntes An­testat (6 multiple Choice Fragen in 12 Minuten) zur Thematik geschrie­ben wird. Nur wer mindestens drei Fragen richtig beantwortet, darf am Tag teilnehmen. Als Hilfsmittel sind das Skript und ein Taschenrechner zugelassen. Leider zielen die Fragen häufig weniger auf das Verständnis der Thematik als auf das genaue Lesen der Antwortmöglichkeiten und das Umformen von diversen Einheiten ab. Es empfiehlt sich also, vorher ein bisschen Umformen zu üben, häufig geben die Übungsauf­gaben aus dem Skript Rückschluss darauf, welche Einheiten relevant sein könnten. Auch gerne gefragt wird nach Proportionalitäten und Abhängigkeiten verschiedener Pa­rameter voneinander. Mit gezielter Vorbereitung sind die Fragen auf jeden Fall zu schaffen. Doch auch wenn man mal einen schlechten Tag erwischt und das Antestat vermas­selt haben sollte ist das noch lange kein Beinbruch, man kann bis zu drei versäumte Tage am Ende des Se­mesters nachholen. Auch im Physik­praktikum muss man die Versuche protokollieren und beim Assistenten abgeben. Seit dem WiSe 15/16 wird die Physikklausur anders als die üb­rigen Abschlussklausuren am Ende der vorlesungsfreien Zeit, also un­mittelbar vor Beginn des zweiten Se­mesters geschrieben, man hat also genug Zeit, sich vorzubereiten.. Das Bestehen ist Voraussetzung für die Teilnahme an Physiologie im 3./4. Semester.

Biologie

Wenn man von den ständigen An­testaten in Physik oder den Proto­kollen in Chemie langsam genug hat, kann man sich auf die Biologie mit abwechslungsreichen Praktika und einem sehr engagierten Dozen­ten, Prof. Mußhoff, wirklich freuen. Neben den täglichen Vorlesungen macht der Professor alle zwei Wo­chen eine Wiederholungsstunde, die mit einem dezenten Zaunpfahl darauf hinweist, was klausurrele­vant ist und was nicht. Zusätzlich gibt es neben den normalen Folien noch extra Zusammenfassungen der Vorlesungen, die hervorragend zur Klausurvorbereitung geeignet sind. Behandelt werden hauptsäch­lich Zellbiologie sowie ein Ausschnitt aus Genetik und Mikrobiologie. Im MiBI-Teil begegnen einem in einigen Vorlesungen noch andere Dozenten. Wer in der Oberstufe Bio belegt hat, wird vieles in vertiefter Form wieder­erkennen, wenn man über wenig Grundwissen verfügt, kann man an einem Tutorium teilnehmen, dass der Professor mit einigen Studenten anbietet (dies ist jedoch WIRKLICH nur notwendig, wenn man in den ers­ten Wochen nur Bahnhof versteht). Die Praktika verteilen sich blockwei­se über das Semester, in den ers­ten Wochen gibt es Praktika in der Genetik (DNA, Gelelektrophorese etc.), nach einigen Wochen Pause Zellbiologie (viel Mikroskopieren), in der zweiten Semesterhälfte noch­mal Humangenetik (Stammbäume, Chromosomenpuzzle) und zum Ab­schluss das sehr interessante Prakti­kum in der Mikrobiologie (Bakterien, Parasiten, selbstständiges Herstel­len von Präparaten und Bakterien­kulturen etc.). Protokolle und Antes­tate muss man hier nicht befürchten, in Mikrobiologie wird allerdings auch ein Kittel gebraucht (da tut es dann aber auch der schon ein wenig nach Ammoniak riechende Chemiekittel). Die Klausur wird zusammen mit der Anatomieklausur zu Beginn der vorlesungsfreien Zeit geschrieben und ist mit Hilfe von Zusammenfas­sungen, Altklausuren und Folien gut machbar.

Anatomie I

Unter den vorklinischen Fächern hat die Anatomie den offensichtlichsten Bezug zur Medizin. Im ersten Se­mester ist die Anatomie-Vorlesung neben EKM/BFE die einzige Veran­staltung, in der man merkt, was man überhaupt studiert. Es wird versucht, einen Überblick über den sehr um­fangreichen Stoff der Anatomie zu geben, damit man vor allem mit den Grundbegriffen und den übergeord­neten Systemen (wie z.B. Kreislauf, Atmung, Bewegungsapparat) ver­traut wird. Einen großen Teil machen auch Vorlesungen zur allgemeinen Embryologie aus, die sich später für das Physikum bewähren und schon in der ersten Klausur sehr gerne abgefragt werden. Es erwarten dich motivierte Dozenten, so dass du die Zeit dieser Vorlesung sicher nicht besser nutzen kannst. Am Ende des Semesters steht eine Klausur, die jedoch keine Voraussetzung zum Präparierkurs ist. Zum Bestehen der Klausur reichen die Vorlesungsfolien beim Lernen völlig aus. Besonderes Augenmerk sollte auf den Bildern in den Folien liegen, da diese auch häufig in der Klausur verwendet wer­den.

Terminologie

Und wenn ich doch mal keine Lust mehr auf Naturwissenschaften habe? Dann gibt es immer noch den „Termi“-Kurs, der einmal in der Woche meist in den Abendstunden stattfindet und von Studenten der höheren Semester betreut wird. Wer ein Latinum oder ähnliches vorzu­weisen hat, ist nur verpflichtet, an den ersten vier Veranstaltungen teil­zunehmen und kann danach selbst entscheiden, ob ihm die Teilnahme etwas bringt, alle anderen müssen (mit zwei möglichen Fehlterminen) wöchentlich erscheinen. Aber kei­ne Sorge, die Tutoren sind wirklich nett, so dass es sich eher um eine gemütliche Runde handelt, die sich mit Formen und Bedeutungen latei­nischer und griechischer Fachtermi­ni auseinandersetzt. Und dann heißt es wie früher im Lateinunterricht: Vo­kabeln und Grammatik lernen, denn auch Fachtermini wollen dekliniert werden (jedoch zum Glück nur im Nominativ und Genitiv, so dass auch Menschen die Lateinstunden bisher nur aus „Life of Brian“ kannten nicht verzagen sollten). Was anfangs nach sehr sehr viel Arbeit aussieht ist aber ganz gut strukturiert, die Tutoren geben Hinweise, wie viel Stoff aus dem Skript für die Klausur wirklich relevant ist. In der vorletzten Stunde wird eine Übungsklausur geschrieben, die auch für Leute mit Latinum hilfreich ist, da sie auf die Art der Aufgaben gut vorbereitet. Die Abschlussklausur wird in den letzten Vorlesungswochen geschrieben und gilt mit 50% als bestanden. Auch die Terminologie ist alles andere als Hexenwerk. Und: man hat im ersten Semester selten so sehr das Gefühl sich kein unnützes Wissen anzueig­nen, wie hier. Wenn man auf einmal versteht, warum die Anatomiedozen­tin von der Vena cava superior redet oder beim Lernen feststellt, dass die ganzen Anatomiebegriffe ja wirklich Sinn ergeben, hat sich Termi und die ganzen Vokabeln wirklich gelohnt.