Allgemeines

Vorlesungen

Vorlesungen sind keine Pflichtver­anstaltungen. Ob du von ihnen pro­fitierst, musst du nach einer kurzen Testphase selber entscheiden.

Es gibt sehr gute Vorlesungen, die zum Verständnis der Thematik bei­tragen, aber leider immer noch an­dere Veranstaltungen, die mit irrele­vantem Spezialwissen überfrachtet sind und mehr der Selbstdarstellung eines einzelnen Dozenten dienen.

Meist lohnt es sich auch mit Kommi­litonen aus den höheren Semestern zu sprechen, die haben oft Erfah­rung damit, welche Vorlesungen besonders interessant zu besuchen sind.

Die Vorlesungen beginnen immer „c.t.”, ”cum tempore” (lat.), also je­weils 15 Minuten nach der vollen Stunde.

Kurse, Praktika und Seminare

Kurse, Praktika und Seminare sind in der Regel Pflichtveranstaltungen, bei denen Anwesenheitskontrollen durchgeführt werden.

Die Praktika werden von verschie­denen Instituten organisiert, so dass die Koordination schon ganz schön kompliziert werden kann. Norma­lerweise wird dir dieses Problem jedoch vom IfAS abgenommen, das die Stundenpläne erstellt. Abgese­hen von einigen Ausnahmen gelten im ersten Semester die Stunden­plangruppen, in die du entsprechend des gewählten EKM/BFE-Projekts eingeteilt wirst.

In den meisten Pflichtveranstaltun­gen wird die erfolgreiche Teilnahme durch mündliche Testate oder schriftliche Klausuren  überprüft.

Neben Praktika, Kursen und Semi­naren müssen vor dem 1. Teil der ärztlichen Prüfung (ehemals “Phy­sikum”, jetzt 1. Staatsexamen) ein Krankenpflegepraktikum, ein Wahl­pflichtfach und ein Erste-Hilfe-Kurs abgeleistet und bescheinigt werden.

(Vor-) Namen

Ganz wichtig ist, dass du schon ab dem ersten Semester darauf ach­test, dass deine Namen (vor allem zweite Vornamen!), Geburtsdaten und Geburtsort auf allen Bescheinigungen immer einheitlich lauten und auf je­den Fall nichts auf den Scheinen steht, das nicht mit deiner Geburts-bzw. Abstammungsurkunde überein­stimmt! Sonst macht das LPA bei der Examensanmeldung evtl. Probleme.

Wer weitergehende, speziellere In­formationen zur Vorklinik oder sogar schon zur Klinik braucht, der kann sich immer an uns wenden.

Die neusten Informationen über die Lehrveranstaltungen der Institute findest du evtl. auch auf den Home­pages der einzelnen Institute.

Krankenpflegepraktikum

Das Krankenpflegepraktikum hat laut Approbationsordnung den Zweck, “den Studienanwärter oder Studierenden in Betrieb und Orga­nisation einer Krankenanstalt ein­zuführen und ihn mit den üblichen Verrichtungen der Krankenpflege vertraut zu machen”. Es ist sicher­lich für dich sinnvoll, die wichtigsten pflegerischen Tätigkeiten kennen gelernt zu haben, auch wenn du die­se später als Arzt nicht mehr selbst ausüben wirst.

Es sollte sich niemand zu schade sein, auch einmal selbst „Bettschüs­seln zu schwenken” und einen Pa­tienten fachgerecht zu betten, denn Verständnis und Kooperation mit dem Pflegepersonal können hiervon nur profitieren.

Das Praktikum muss auf einer bet­tenführenden Pflegestation in einem staatlich anerkannten Akutkranken­haus oder (z.T.) einer Reha-Einrich­tung abgeleistet werden; Ambu­lanz-, OP- oder Altenheim-Dienste werden nicht anerkannt.

Das Praktikum kann vor Beginn des Studiums (frühestens jedoch 2 Jahre vorher) – eventuell auch als Überprüfung des Berufswunsches – oder während der Semesterferien abgeleistet werden; jedoch nicht vor dem Abitur! Die Dauer beträgt drei Monate.

Insgesamt müssen mindestens 90 Kalendertage nachgewiesen wer­den. Dabei ist ein Splitting in 3 x 30 Tage oder jede andere Zweiteilung möglich, bei der jeder Teil mindes­tens 30 Tage dauert.

Den Platz für das Praktikum musst du selbst besorgen. Grundsätzlich ist es möglich das Krankenpflegeprakti­kum im Ausland zu absolvieren (aus versicherungstechnischen Gründen besser erst im Studium), jedoch ist die Organisation und die Anerken­nung etwas schwieriger. Generell gilt aber auch, dass du nicht nur zum Arbeiten, sondern auch zum Ken­nenlernen und Zuschauen im Kran­kenhaus bist. Frag also ruhig nach, ob du mit in den OP oder in spezielle Funktionsabteilungen (Ultraschall, Endoskopie, etc.) darfst.

Du wirst in den Schichtdienst des übrigen Pflegepersonals integriert. Unter Anleitung hast du dann die Möglichkeit, alle anfallenden pflege­rischen Tätigkeiten zu erlernen und später selbst auszuführen. Wer ohne Eigeninitiative und Willen zur Koope­ration in das Praktikum geht und darin nur eine lästige Pflicht sieht, wird sicherlich wenig Freude daran haben. Eine Entlohnung findet in der Regel nicht statt.

Krankenpflegerische Erfahrungen, die im Rahmen einer der folgenden Tätigkeiten gesammelt wurden, kön­nen (u.U. teilweise) angerechnet werden:

Sanitätsdienst-Ausbildung

Zivildienst / FSJ / BuFDi

Krankenpflegeausbildung

Vorgedruckte Bescheinigungsformu­lare für das Krankenpflegepraktikum findet ihr auf der Internetseite vom LPA. Wichtig bei der Bescheinigung: Sie darf nicht vordatiert sein – also erst nach Ende des Praktikums aus­füllen lassen. Es empfiehlt sich, die Bescheinigungen (evtl. zusammen mit der Beschinigung für den Erst- Hilfe-Kurs) bereits vor dem Physi­kum beim Landesprüfungsamt ein­zureichen, um später kurz vor dem Physikum böse Überraschungen zu vermeiden.

Erste-Hilfe-Kurs

Der EH-Kurs soll Basisfertigkeiten in Erster Hilfe vermitteln. Er muss neun Unterrichtseinheiten umfassen. Der Schein, den du für den Führerschein gemacht hast, die sogenannten „So­fortmaßnahmen am Unfallort”, reicht also nicht aus. Darüber hinaus darf der Kurs nicht länger als zwei Jahre vor Meldung zum Physikum liegen.

Einmal pro Semester bietet die AG Notfallmedizin einen speziell auf Medizinstudenten zugeschnittenen EH-Kurs an, der eine Teilnahme auf jeden Fall wert ist.

Weitere Termine für EH-Kurse in Münster findest du auch auf den Sei­ten der Hilfsorganisationen.

Wahlpflichtfach

Als Wahlpflichtfach kannst du jede Veranstaltung wählen, die offiziell im Vorlesungsverzeichnis der Uni Münster auftauchen und die beiden folgenden Kriterien erfüllt:

1.) Stundenumfang:

Ein Kurs mit 2 SWS (SWS = Semes­terwochenstunden)

2.) Benotung

Der Schein muss benotet sein. Nach Erwerb des Leistungsnachweis sind diese im IfAS einzureichen, das euch den Schein dann für das LPA prüft und stempelt.

Mehr Infos:

http://medicampus.uni-muenster.de/ wahlfach_v.html

Fremdsprachen in der Vorklinik

Schon in der Vorklink gibt es die Möglichkeit, etwas über den Teller­rand zu schauen: Das Sprachen­zentrum der Uni (spz.uni-muenster. de) bietet verschiedene Sprachkur­se speziell für Mediziner an. Dazu gehören Englisch, Französisch und Spanisch. Diese Kurse können sich auch lohnen, wenn du ein Se­mester o.ä. im Ausland verbringen möchtest. Da sie im Verzeichnis der Universität aufgeführt sind und am Ende benotet werden, können sie als Wahlpflichtfach gewertet werden.

Semesterabschlussklausuren

Zum Ende jedes Semesters stehen in den vom IfAS organisierten Lehrveranstaltungen (betrifft also nicht Chemie und Physik, dort werden eigene Klausuren geschrieben!) die Semesterabschlussklausuren an. Diese werden mittlerweile elektro­nisch an Computern im Mikrosko­piersaal der Anatomie geschrieben. Dort bekommst du dann ein Fragen­paket aus allen Fächern des vergan­genen Semesters vorgelegt. Für die Klausuren musst du dich rechtzeitig und verbindlich im Medicampus-Por­tal anmelden – eine Erinnerung dazu gibt es aber rechtzeitig per Mail.

Wie im Physikum werden pro Frage 90 Sekunden Zeit eingeplant (die du dir aber frei einteilen kannst – so wird nur die Gesamtprüfungszeit berech­net!). Auch wenn mehrere Fächer gleichzeitig geprüft werden – ausge­wertet wird jedes Fach einzeln. Um zu bestehen muss man in jedem Fach mind. 60% der Fragen richtig beant­worten oder darf nicht mehr als 22% schlechter als der Semesterdurch­schnitt sein (diese „Ankerklausel“ soll einen Ausgleich bei überdurch­schnittlich schwierigen Klausuren bieten).

Die Ergebnisse werden meist noch am gleichen Abend veröffentlicht – vorausgesetzt, man hatte bei der Klausur seine zertifizierte Evaluna-Beschei­nigung dabei.

Keine Angst vor den Computern, das Programm wurde lange erprobt. Man kann zwischen den Fragen springen, sich Fragen „merken“ und Antwort­möglichkeiten, die man ausschließt, durchstreichen. Und um doch mal was notieren zu können bekommt man auch noch klassisches Papier.

Wichtig: CADS-Kennung wissen. Außerdem empfehlen sich Ohropax. Handys müssen am Ein­gang abgegeben werden.