5. Semester

Freu dich auf viele Vorlesungen und (verglichen mit der Vorklinik) wenige Pflichtveranstaltungen. Jetzt wird alles gut – oder zumindest besser: Zwar erfordern manche Kurse ein gewisses Maß an Mindestvorbereitung (z. B. poL-Pharma), doch niemand kontrolliert hier „Hausaufgaben“ so akribisch wie einst die Chemiker… Außerdem bleiben Euch die vielen einzelnen Testate erspart. Stattdessen gibt‘s am Ende des Semesters die Abschlussklausur, in der alle Fächer (im Umfang gewichtet) per single-choice geprüft werden.

Neu in der Klinik sind außerdem die Klinikgruppen, in denen dann alle kleineren Kurse und Seminare während der gesamten Klinik stattfinden (so ähnlich wie die EKM-Gruppen im ersten Semester). Die Größe der einzelnen Klinikgruppen hängt von der Semestergröße ab, meist sechs Leute pro Gruppe.


Allgemeine Pathologie

Die wichtigsten pathologischen Grundmechanismen, Phänomene und Krankheitsbilder werden systematisch abgearbeitet. In dieser Vorlesung wird schon der Grundstein für alle späteren Pathologie-Vorlesungen gelegt, denn fast alle Themengebiete werden angerissen und in den folgenden Semestern weiter vertieft.

Im Patho-Kurs werden ganz viele Präparate vorgestellt, die zum Teil prüfungsrelevant sind. Für den Makroskopieteil muss man einen Kittel mitbringen.


Allgemeine Pharmakologie und Toxikologie

In der Vorlesung werden die Grundlagen der Allgemeinen Pharmakologie abgehandelt, dazu schon einige Gebiete der speziellen Pharmakologie.

Einmal pro Woche findet der poL-Kurs (problemorientiertes Lernen) statt. In Kleingruppen, die von den Klinikgruppen abweichen, bespricht man mit einem Tutor aus der Pharmakologie anhand von Fallbeispielen Substanzgruppen und Behandlungsmöglichkeiten. Die Inhalte sind klausurrelevant.


Einführungskurs Bildgebende Verfahren, Strahlenbehandlung, Strahlenschutz

Die Vorlesungen zu diesem Fach werden en bloc relativ früh im Semester vorgetragen und umfasst die Bereiche der Strahlentherapie, Radiologie sowie Nuklearmedizin.

Die Kurse Strahlenschutz, Strahlenbiologie, Strahlentherapie, Nuklearmedizin und radiologischer Strahlenschutz beschäftigen euch zwei bis drei Wochen lang die Nachmittage hindurch. Hier geben die Dozenten in der Klinik oder auch mal virtuell auf der Leinwand mehr Einblick in die „Strahlenfächer“.


Geschichte, Theorie, Ethik der Medizin („GTE“)

Die Vorlesung umfasst alle drei Teilbereiche. Das Skript dazu eignet sich gut zur Klausurvorbereitung.

Zu Beginn des Semesters wählt man ein Seminar aus einem der Teilgebiete. Die Inhalte und didaktischen Methoden variieren je nach Kurs. Das Seminar wird benotet, meistens setzt sich diese Note aus der mündlichen Mitarbeit, ähnlich wie in der Schule, und einem Referat oder einer Hausarbeit zusammen. Die Seminarnote und die Klausurnote spielen 50:50 in die Gesamtnote ein.


Klinische Chemie

Die KliChi ist extrem studierendenfreundlich. Alle Vorlesungen werden auf Video aufgezeichnet und stehen unter klichi.uni-muenster.de zur Verfügung, zusammen mit allen Vorlesungs- und Seminarfolien. Am Ende des Semesters kommt eine hilfreiche Repititoriumsvorlesung dazu.

Die Kurse der Klinischen Chemie sind theoretische Seminare und widmen sich vertiefend den Vorlesungsthemen. Zusätzlich kommt man in den Genuss der Laborführung, während der man sehen kann, wie in einem modernen Labor gearbeitet wird (und sich fragt, wozu man in Biochemie ganz viele Verfahren gelernt hat, die niemand mehr anwendet).


Mikrobiologie I

Die Vorlesung befasst sich mit allem, was in und auf uns so kreucht und fleucht. Ihr werdet merken, dass sich bei den Bakterien die Inhalte immer wieder mit der Pharmakologie überschneiden, da in beiden Fächern Antibiotika besprochen werden.


Notfallmedizin

In dieser Blockveranstaltung bekommt man von den Anästhesisten eine Einführung in die Notfallmedizin. Der Kurs besteht nur aus vier Terminen, weswegen der Fokus klar auf den „großen“ Themen der Notfallmedizin liegt: Akutes Koronarsyndrom, akute Atemnot, Schlaganfall, Reanimation und Polytrauma. Diese werden theoretisch anhand von Fallbeispielen durchgesprochen. Außerdem gibt es immer wieder die Möglichkeit, Fertigkeiten wie Beatmung mit Beutel und Maske sowie die Herzdruckmassage an Puppen zu üben.


Skills Lab

Endlich mal ein bisschen Praxis – und: ein Pflichtkurs ohne Prüfung!

In nachgestellter Krankenhausatmosphäre lernt ihr hier, wie man eine richtige Anamnese erhebt, worauf man bei der Kommunikation mit Patienten achten muss, aber auch wie man einen Zugang oder Blasenkatheter legt, wie man steril arbeitet und vieles mehr. Während des Kurses werdet ihr mit eurer Klinikgruppe all diese Dinge unter Anleitung eines studentischen Tutors üben.

Ihr werdet immer wieder Anamnesegespräche und körperliche Untersuchungen an Schauspielpatienten üben. Die übrige Klinikgruppe sitzt währenddessen hinter einer verspiegelten Scheibe und beobachtet das Szenario, um hinterher in der Feedbackrunde eure Kommunikation zu bewerten und euch Verbesserungsvorschläge zu geben. Alle Gespräche werden übrigens auch zur heimischen Selbstanalyse auf USB-Sticks aufgezeichnet. Wer es professioneller möchte, kann sich bei Frau Sensmeier melden, die als Psychologin immer noch den einen oder anderen Tipp bereithält.