5. Semester

Freu dich auf viele Vorlesungen und (verglichen mit der Vorklinik) wenige Pflichtveranstaltungen. Jetzt wird alles gut – oder zumindest besser: Zwar erfordern manche Kurse ein gewisses Maß an Mindestvorbereitung (z. B. poL-Pharma), doch niemand kontrolliert hier „Hausaufgaben“ so akribisch wie einst die Chemiker… Außerdem bleiben Euch die vielen einzelnen Testate erspart. Stattdessen gibt‘s am Ende des Semesters die Abschlussklausur, in der alle Fächer (im Umfang gewichtet) per single-choice geprüft werden.

Neu in der Klinik sind außerdem die Klinikgruppen, in denen dann alle kleineren Kurse und Seminare während der gesamten Klinik stattfinden (so ähnlich wie die EKM-Gruppen im ersten Semester). Die Größe der einzelnen Klinikgruppen hängt von der Semestergröße ab. In der Vergangenheit waren das etwa sechs Leute.


Allgemeine Pathologie

Die Vorlesung findet immer dienstags bis freitags von acht bis neun im Institut für Pathologie (gegenüber der Augenklinik) statt. Die wichtigsten pathologischen Grundmechanismen, Phänomene und Krankheitsbilder werden systematisch abgearbeitet. In dieser Vorlesung wird schon der Grundstein für alle späteren Pathologie Vorlesungen gelegt, denn fast alle Themengebiete werden schon angerissen und in den folgenden Semestern weiter vertieft.

Der Patho-Kurs findet montags ab 8.30 Uhr statt – man kann also eine Viertelstunde länger schlafen! Die 90 Minuten dieser Veranstaltung werden dreigeteilt in zwei Anteile Makroskopie und 30 Minuten Mikroskopie, in denen eben makro- bzw. mikroskopische Präparate vorgestellt werden: Man sieht zum Beispiel Lymphknoten, die einer Niere oder seltsam konfigurierten Milz ähneln oder histologische Präparate von Herzmuskulatur nach Herzinfarkt.
Für den Makroskopieteil muss man einen Kittel mitbringen.


Allgemeine Pharmakologie und Toxikologie

Diese Vorlesung wird von unterschiedlichen Dozenten im Hörsaal der Pharmakologie gehalten und ist immer doppelstündig mit 15 Minuten Pause dazwischen. Falls man Zuhause lernt, sollte man sich auf jeden Fall informieren, welche Themen und Substanzklassen in der Vorlesung nicht behandelt wurden – die werden dann nämlich auch nicht in der Klausur gefragt.

Einmal pro Woche findet der poL-Kurs (problemorientiertes Lernen) statt. In Kleingruppen, die von den Klinikgruppen abweichen, und zusammen mit einem Tutor aus der Pharmakologie bespricht man anhand eines Fallbeispiels Substanzgruppen und Behandlungsmöglichkeiten. Dem Konzept nach soll das eher ein lockeres Gespräch und Austausch zwischen den Studierenden sein. Sich also vorher ein bisschen einzulesen und vorzubereiten ist empfehlenswert, Eingangstestate gibt es aber nicht. Oft werden verschiedene Leitfragen einzelnen Studenten zugewiesen, die diese Zuhause verschriftlichen. Die im Kurs gesammelte Zusammenfassung kann dann gut zur Klausurvorbereitung genutzt werden, da es pro Fall meistens vier Klausurfragen gibt. Die restlichen Fragen kommen zu den Vorlesungsthemen, teilweise überschneiden diese sich aber auch mit dem Kurs.


Einführungskurs Bildgebende Verfahren, Strahlenbehandlung, Strahlenschutz

Die Vorlesungen zu diesem Fach werden en bloc relativ früh im Semester vorgetragen und umfasst die Bereiche der Strahlentherapie, Radiologie sowie Nuklearmedizin.

Die Kurse Strahlenschutz, Strahlenbiologie, Strahlentherapie, Nuklearmedizin und radiologischer Strahlenschutz beschäftigen euch zwei bis drei Wochen lang die Nachmittage hindurch. Hier geben die Dozenten in der Klinik oder auch mal virtuell auf der Leinwand mehr Einblick in die „Strahlenfächer“.


Geschichte, Theorie, Ethik der Medizin („GTE“)

Die Vorlesung umfasst alle drei Teilbereiche, wobei Geschichte am Anfang des Semesters relativ kurz abgehandelt wird und die Ethik semesterbegleitend immer mal wieder eingestreut ist. In Theorie der Medizin gibt es nur eine einzige Kurzvorlesung und die Möglichkeit, Rückfragen zu stellen. Für alle Fächer gibt es ein Skript, das man sich auf der Seite des Institutes herunterladen kann und sich gut zur Klausurvorbereitung eignet. 

Zu Beginn des Semesters wählt man aus mehreren Seminaren seine Favouriten. Meistens werden alle Wünsche erfüllt. Im Seminar widmet man sich eine Doppelstunde pro Woche einem medizinhostorischen, -ethischen oder -theoretischen Thema. Die didaktischen Methoden variieren je nach Kurs: Einige Dozenten arbeiten mit Referaten, andere laden praktizierende Ärzte ein, die verschiedene Fälle schildern, manchmal bespricht man ein- zelne exemplarische Fallbeispiele – die Vielfalt ist groß.

Das Seminar wird benotet, meistens setzt sich diese Note aus der mündlichen Mitarbeit, ähnlich wie in der Schule und einem Referat oder einer Hausarbeit zusammen. Die Seminarnote und die Klausurnote spielen 50:50 in die Gesamtnote ein.


Klinische Chemie

Zu Beginn des Semesters kann man ein Seminarskript bestellen, das die Folien zu allen Vorlesungen der Klinischen Chemie (also nicht nur denen des ersten klinischen Semesters) enthält. Da aber auch alle Folien der Vorlesung und der Seminare auf der KliChi Homepage zum Download bereit stehen, muss man sich das Skript nicht unbedingt bestellen. Zusätzlich wird jede Vorlesung auf Video aufgezeichnet und ist später für etwaige Klausurvorbereitung im Internet unter klichi. uni-muenster.de erhältlich. Außerdem gibt es auch hier eine sehr interessante Repititoriumsvorlesung am Semesterende, die auch noch gefilmt wird und später auf der Homepage bereit steht – wirklich sehr studentenfreundlich, diese Labormediziner!

Die Kurse der Klinischen Chemie sind theoretische Seminare und widmen sich vertiefend den Vorlesungsthemen. Sie werden von einem Dozenten vorgestellt und in der Gruppe diskutiert. Die didaktischen Mittel sind unterschiedlich: PowerPoint Präsentationen, Diskussion von Fallbeispielen… Spezielle Vorbereitung ist nicht unbedingt notwendig.

Zusätzlich kommt man in den Genuss der Laborführung, während der man sehen kann, wie in einem modernen Labor gearbeitet wird (und sich fragt, wozu man in Biochemie ganz viele Verfahren gelernt hat, die niemand mehr anwendet).


Mikrobiologie I

Die Vorlesung befasst sich mit allem, was in und auf uns so kreucht und fleucht. Ihr werdet merken, dass sich bei den Bakterien die Inhalte immer wieder mit der Pharmakologie überschneiden, da in beiden Fächern Antibiotika besprochen werden. Auf Medicampus findet ihr bei den Vorlesungsunterlagen nicht nur die Folien, sondern auch eine detaillierte Übersicht über die Vorlesungen des ganzen Semesters.


Notfallmedizin

In dieser Blockveranstaltung bekommt man in Kleingruppen (=Klinikgruppen) von einem Anästhesisten eine Einführung in die Notfallmedizin. Der Kurs besteht nur aus vier Terminen, weswegen der Fokus klar auf den „großen“ Themen der Notfallmedizin liegt: Akutes Koronarsyndrom, akute Atemnot, Schlaganfall, Reanimation und Polytrauma. Diese werden theoretisch anhand von Fallbeispielen durchgesprochen. Außerdem gibt es immer wieder die Möglichkeit, Fertigkeiten wie Beatmung mit Beutel und Maske sowie die Herzdruckmassage praktisch zu üben. Vertiefendes Training ist allerdings kaum möglich, dafür fehlt schlicht die Zeit. Der Kurs ist ziemlich interessant, die Qualität hängt allerdings auch sehr vom Dozenten ab. Wenn ihr euch jetzt schon MONAs BH und DISKO merkt, könnt ihr das im Kurs mit Sinn füllen.


Skills Lab

Endlich mal ein bisschen Praxis – und: ein Pflichtkurs ohne Prüfung!

Das Skills Lab im fünften Semester wird euch sicherlich gefallen. Der Kurs wird euch spielerisch und in der sehr netten und freundlichen Atmosphäre des Studienhospitals auf eure erste Famulatur gut vorbereiten.

In realistischer Krankenhausatmosphäre lernt ihr hier, wie man eine richtige Anamnese erhebt, worauf man bei der Kommunikation mit Patienten achten muss aber auch wie man einen Zugang oder Blasenkatheter legt, wie man steril arbeitet und vieles mehr. Während des Kurses werdet ihr mit eurer Klinikgruppe all diese Dinge unter Anleitung eines studentischen Tutors üben.

Ihr werdet immer wieder Anamnesegespräche und körperliche Untersuchungen an Schauspielpatienten üben. Die übrige Klinikgruppe sitzt währenddessen hinter einer verspiegelten Scheibe und beobachtet das Szenario, um hinterher in der Feedbackrunde eure Kommunikation zu bewerten und euch Verbesserungsvorschläge zu geben. Alle Gespräche werden übrigens auch zur heimischen Selbstanalyse auf USB-Sticks aufgezeichnet. Wer es professioneller möchte, kann sich bei Frau Sensmeier melden, die als Psychologin immer noch den einen oder anderen Tipp bereithält.