6. Semester

Tumormedizin

In den ersten Wochen des Semesters findet die erste Blockveranstaltung statt: POL-IT. Hinter diesem Kürzel, mit dem man auf den ersten Blick sicher wenig anzufangen weiß, verbirgt sich der Kurs „Problemorientiertes Lernen: Interdisziplinäre Tumormedizin“. Kernelement des POL-IT sind fünf Patientenfälle, welche ihr im Rahmen des schon aus der Pharmakologie bekannten „problemorientierten Lernen“ behandelt. Allerdings sind die POL-IT Fälle deutlich umfangreicher als diejenigen, die ihr aus Pharma kennt und umfassen bis zu 18 Textseiten, die z.B. durch Röntgenbilder vom PC ergänzt werden. Jeden der Fälle behandelt ihr an drei Tutoriat-Terminen, bei denen ihr jeweils Lernziele erarbeitet, die für die nächste Veranstaltung vorzubereiten sind. Diese Fälle sind durchaus spannend, für die Klausur allerdings nur sekundär relevant.

Neben den POL-Tutoriaten besteht  der  POL-IT  aus Vorlesungen, die von unterschiedlichen Dozenten gehalten werden und Tumoren aus den unterschiedlichsten Bereichen präsentieren. Zu jeder Vorlesung werden i.d.R. ein bis zwei Klausurfragen gestellt.

Abgerundet wird der POL-IT durch einige „Praktikum am Krankenbett“-Termine. Hierbei werdet ihr in kleinen Gruppen jeweils einen Tumor-Patienten im UKM zu seiner Anamnese und seiner Behandlung befragen.


Atmung

Wenig überraschend  geht es im Modul Atmung vor allem um die Lunge:

Innere Medizin

In der Inneren erwarten Euch im Atmungs-Modul einige Vorlesungen zum Thema, es werden vor allem Lungenkarzinome, Asthma, COPD, Pneumonien und ähnliche Erkrankungen erläutert. Wie eigentlich überall in der Inneren gilt, dass die Vorlesungsmitschriften (im Notfall auch die  von  Kommilitonen…) eine gute Klausurvorbereitung sind.  Ergänzend wirst du vermutlich zum „Herold“ greifen, der dich dann in allen Internistischen Fächern begleiten wird. Ein auf den ersten Blick merkwürdiges Buch mit kleiner Schrift und ohne Abbildungen – aber recht schnell werdet ihr vermutlich die Stärken des prägnanten Herold-Stils zu schätzen lernen…

Neben den Vorlesungen gibt es in der Inneren noch ein Praktikum zum Thema.

Klinisch pathologische Konferenz

Einige Vorlesungen der „klinisch-pathologischen Konferenz“ (KPK) sind auch im Atmungsblock eingestreut. Einen Kurs-Anteil gibt es in der KPK ebenfalls – dieser erinnert stark an die Montags- Veranstaltungen, die ihr aus der Patho aus eurem ersten klinischen Semester sicher noch in Erinnerung habt. Auch weiterhin wird fleißig zwischen den verschiedenen Räumen rotiert und makroskopische und mikroskopische Präparate warten darauf, von mehr oder weniger wissenden Studierenden begutachtet zu werden. Kittel mitbringen!

Thoraxchirurgie

Die Vorlesungstage der „Atmungswoche“ starten morgens um 8 Uhr c.t. mit einer Vorlesung zur Thoraxchirurgie, die von verschiedenen Dozenten aus der Herz-, Thorax und Gefäßchirurgie oder einem Mitarbeiter aus dem Team gehalten wird. In der Regel kann man hier gut folgen, das recht ausführliche Skript, das kostenlos zur Verfügung gestellt wird, eignet sich gut zum Wiederholen, überschneidet sich inhaltlich auch mit den Themen der Inneren Medizin.

Klinische Pharmakologie

Im Rahmen einer (anwesenheitspflichtigen!) Vorlesung im Pharma-Hörsaal bringt euch ein Dozent des Institutes die Therapie von Atemwegserkrankungen bei.

Radiologie & Strahlentherapie

Aus dem Bereich der Bildgebung und Strahlentherapie erwarten Euch zur Lunge ein paar Vorlesungen der Radiologie, die durch einen Pflichttermin – „Kurs“ genannt – begleitet werden. Dieser Termin ist wirklich lohnenswert, weil dir ein Radiologe in Ruhe die Beurteilung eines Röntgen- Thorax näher bringt. Da dir solch eine Aufnahme wohl in so ziemlich jeder Famulatur / Blockpraktikum begegnen wird, ist es natürlich nicht schlecht, ein paar Grundzüge der Beurteilung zu kennen. Außerdem wird dir noch eine Vorlesung zur Strahlentherapie angeboten, bei der es vor allem um die stahlentherapeutische Behandlung des Bronchial-Karzinoms geht. Hier werden übrigens – genau wie in den Radiologie-Vorlesungen – einige Fakten ganz besonders betont… in solchen Fällen ist genaues zuhören und mitschreiben dem Klausurerfolg durchaus dienlich.

Allgemeinmedizin

Ja, auch hier haben die Allgemeinmediziner die Chance, das Wort zu ergreifen und über mehr oder weniger relevante Dinge zu referieren. Eine nicht unrelevante Anzahl von Fragen steuern die Allgemein-Mediziner        jedoch auch gerne zur Semesterabschlussklausur bei.


Herz/ Kreislauf

Der Herz-Kreislauf-Block  ist sowohl hinsichtlich des Stundenumfangs   als   auch   hinsichtlich der Klausurfragenanzahlen  der  größte Teil des 2. klinischen Semesters. Vor allem wird das Modul von der Inneren und der Herz-Thorax- Chirurgie bestritten, aber auch Patho sollte man nicht unter- schätzen.

Innere Medizin

Die Innere Medizin begegnet dir in Form einer Vorlesungsreihe, eines EKG- Kurses und eines Fallseminars Kardiologie. Der Großteil der Vorlesungen wird von der Inneren Klinik C (=Kardiologie) übernommen, aber auch die Innere A (=Hämatologie, Onkologie) ist insbesondere zum Thema Hämatologie vertreten. In den Vorlesungen wird es (nach der Vorklinik und dem recht „Therapie- und Behandlungsfernen“ ersten Semester) angenehm klinisch – alle bekannten und manche weniger bekannte Krankheitsbilder von Herzinsuffizienz über Atherosklerose bis hin zu Kardiomyopathien werden mit Symptomen,  Diagnostik und Behandlung vorgestellt. Dozentenabhängig orientiert sich diese Vorstellung zum Teil sehr eng am klinischen Alltag, zum Teil auch etwas näher an der aktuellen wissenschaftlichen Literatur.

Entgegen den Vorlesungen ist das Kardiologie-Fallseminar eine Pflichtveranstaltung (bzw. genau genommen sind es vier Pflichtveranstaltungen), die dich einige Nachmittag des Semesters beschäftigen. Hier werden authentische Fälle einer kardiologischen Station  besprochen  und man „begleitet“ Patienten von der Aufnahme, über Diagnostik und Therapie bis zur Entlassung. Auf diese Weise werden verschiedene Themen der Kardiologie praxisnah wiederholt.

Der EKG-Kurs macht seinem Namen dahingegen keine Ehre, da es sich vielmehr um eine EKG-Vorlesung handelt. Diese ist aber auf jeden Fall zu empfehlen, da einem relativ systematisch die Interpretation eines EKG beigebracht wird. Man sollte sich nicht wegen des vermeintlich trockenen Themas vom Besuch der EKG-Vorlesung abschrecken lassen, da man hier wirklich etwas für den späteren Berufsalltag lernt.

Thoraxtrainer-Kurs

In diesem Kurs übt man an zwei Terminen anhand von Puppen die Auskultation des Herzens (Stethoskop mitbringen!). Außerdem kann man sich die Herztöne und -geräusche (von Kassetten abgespielt!) als grafische Darstellung auf einem Retro-Oszilloskop anschauen. Alle Klappenfehler und die daraus resultierenden Geräusche werden durchgesprochen. So hat man nach dem Kurs erstmals das Gefühl, das Thema ansatzweise verstanden zu haben. Manche Dozenten bieten auch Termine in den Bettentürmen an, wo die Klappenfehler direkt am Patienten auskultiert werden können.

Chirurgie

In diesem Modul besteht Chirurgie vor allem aus der Vorlesung der Thorax-, Herz- und Gefäßchirurgie, wovon die Herzchirurgie den größten Anteil einnimmt. Hier werden eigentlich alle wichtigen kardiochirurgischen Indikationen abgehandelt.

Für alle diejenigen, die auch einen praktischen Einblick in die Herzchirurgie erhalten möchten, besteht die Möglichkeit, im OP zu hospitieren. Dazu werden in den Vorlesungen Listen rumgegeben, auf denen man sich dann allein oder zu zweit für einen Termin eintragen kann, an dem man dann im OP zusehen darf.

Allgemeinmedizin

Von den Allgemeinmedizinern wird eine Vorlesung zu kardiovaskulären Erkrankungen aus hausärztlicher Sicht gehalten. Hierbei wird ein Überblick über Diagnostik, Therapie und Prävention der gängigen, inbesondere chronischen, Erkrankungen wie Hypertonie und KHK gegeben.

Pharmakologie

Im Modul “Herz-Kreislauf” wird dir die Pharmakologie durch eine Vorlesung zur klinischen Pharmakologie und zwei Veranstaltungen namens “Arzneimittel-Therapeutische Konferenz” näher gebracht. Während bei der ATK sich ein Internist und ein Pharmakologe abwechseln, um einen direkten Bezug zu den Themen Arrhythmien und Herzinsuffizienz zu vermitteln, wird der Pharmakologe bei der Vorlesung zur Klinischen Pharmakologie der koronaren Herzkrankheit „allein gelassen“.

Klinische Chemie

An der Art und Weise der Präsentation dieses Faches ändert  sich nichts – alle Materialien, die man im ersten Semester zur Verfügung gestellt bekommt (Vorlesungsvideos, Handouts…), werden einem auch im zweiten Klinischen geboten. Anders sind bloß die Themen: Diesmal stehen „Hämostaseologie“, „Arteriosklerose“ und „kardiale Diagnostik“ auf dem Stundenplan und werden in Form von drei Vorlesungen und zwei Kurs- Terminen behandelt.

Rehabilitation

In dieser Vorlesung geht es – wen wundert’s – um kardiale Rehabilitation. Die Klausurfragen zur Reha sind normalerweise alle durch in der Vorlesung genanntes beantwortbar – und eine brauchbare Buchalternative zum Nachlesen gibt es nicht wirklich.

KPK

Zur Klinisch-Pathologischen Konferenz gilt für das Herz- Kreislauf-Modul eigentlich exakt das gleiche wie bereits beim Modul Atmung beschrieben. Allerdings ist die Pathologie in diesem Modul etwas stärker vertreten, insgesamt werden vier Vorlesungen zu den Themen Herz und Kreislauf angeboten. Außerdem findet auch ein Kurs-Termin in altbekannter Manier statt. Die Pathologen deuten an manchen Stellen kleine Ausrufezeichen an, die man sich auch notieren sollte, denn oft handelt es sich dabei später um eine Klausurfrage.


Hämatologie

Innere Medizin

Die Vorlesung von den Dozenten der Inneren Medizin wird in Doppelstunden abgehalten. Viele Studenten fühlen sich durch die lange Auflistung von Studien und ihren Erfolgen zwar überfordert, aber ansonsten geben die Dozenten einen guten Überblick über die Themen. Manchmal lohnt es sich vor den Vorlesungen einmal kurz eine halbe Seite zur Erkrankung zu lesen, dann fällt es einem leichter zu folgen, da die einfachen Details manchmal von den Dozenten als bekannt vorausgesetzt werden.

Klinische Pathologie

In den sechs Vorlesungen werden die Lymphome und das Knochenmark mit seinen Erkrankungen besprochen. Manche Themen werden besonders betont, diese sind typischerweise besonders klausurrelevant.

Allgemeinchirurgie

Die Chirurgen halten eine Vorlesung zum Thema Milz und lymphatisches System. Auch hier gilt, dass man in jedem Fall auf besonders wichtige Themen achten sollte, da sonst das Fach zu umfangreich ist.


Rechtsmedizin

Der stets sehr gut evaluierte Rechtsmedizinunterricht findet als zweiwöchiger Block gegen Ende des Semesters statt. In den Vorlesungen, die den Großteil der Zeit einnehmen, wird dir ein guter Überblick über die Inhalte dieses ja eher kleinen Faches gegeben. So geht es inhaltlich von der Deutung verschiedener Schusswunden über die Unterschiede zwischen Erdrosseln, Erwürgen und Strangulieren bis hin zur Altersbestimmung von Leichen. Aber auch für den täglichen ärztlichen Gebrauch relevantere Dinge rund um die Themen „sichere und unsichere Todeszeichen“  und „geklärte / ungeklärte Todesursache“ werden sehr anschaulich behandelt und gut erklärt. Generell kann man der Vorlesung sehr gut folgen, alle neuen Begriffe werden erläutert und das meiste wird mit sehr plastischen Bildern untermauert. Dabei merkt man fast allen Dozenten an, dass sie viel Spaß und Interesse an  ihrem  Fachgebiet  haben.

Ergänzt wird die Vorlesung durch mehrere Seminarter-mine, an denen die wichtigsten Themen noch einmal in kleineren Gruppen erläutert werden. Hierbei herrscht Anwesenheitspflicht.

Ein wenig praktisch tätig sein dürft  ihr in der  Rechtsmedizin dann ebenfalls noch – in einer kleinen Gruppe werdet ihr im Institut eine Leichenschau durchführen und  den in der Vorlesung gelernten sicheren Todeszeichen auch in der Realität begegnen.

Im Rahmen des Online-Kliniksimulators InMedea müssen im Laufe der zwei Wochen außerdem sieben Fälle zu Hause bearbeitet werden (weitere sieben Fälle stehen zur freiwilligen Bearbeitung zur Verfügung), hier steht vor allem der richtige Ablauf einer Leichenschau im Vordergrund.