8. Semester

Neurowissenschaften

Neurologie

Der Stoff der Neurologie wird dir in Form einer Vorlesungsreihe und eines Praktikums näher gebracht. Die Vorlesung findet zwei Mal pro Woche statt und zieht sich durch das ganze Semester. Hinzu kommen vier Praktikumstermine, wovon drei als Block in den neurologischen Stationen in den Türmen stattfinden. Der vierte Termin ist ein gesonderter, der im Studienhospital stattfindet und bei dem man die strukturierte neurologische Untersuchung lernt.

Die Vorlesung der Neurologie wird von den jeweiligen Experten im bestimmten Gebiet gehalten. Nach einer Einführung durch den Chefarzt der Allgemeinen Neurologie, Prof. Wiendl, werden die verschiedenen Themenblöcke der Neurologie nacheinander abgearbeitet. Die Vorlesungen selbst sind insgesamt gut, und das Team der Oberärzte ist (positiv auffallend!) jung und energetisch.

Der Untersuchungskurs  im Studienhospital läuft so, dass per Videoübertragung aus einem Raum mit dem Dozenten in alle Kleingruppen unterrichtet wird. Leider ist der Dozent in diesem Raum alleine und die Räume ohne Dozenten werden viel dem Selbststudium überlassen. Der dreitägige Teil in den Bettentürmen ist dann die Anwendung der erlernten Untersuchungstechniken. Wenn man einen guten Dozenten erwischt, macht das richtig viel Spaß und ist ein echtes Erfolgserlebnis.

Neuropädiatrie

Die Vorlesung der Kinderneurologen befasst sich mit den häufigsten Krankheitsbildern in diesem Bereich. Prof. Kurlemann ist es besonders wichtig, dass man die Grundlagen versteht, entsprechend werden auch die Klausurfragen gestellt.

Neurochirurgie

Die Neurochirurgie wird durch eine Vorlesung und ein Praktikum repräsentiert. Die Vorlesungsqualität schwankt nach Dozent. Die Materialen zur Vorlesung werden frühzeitig ins Netz gestellt. Am Ende der Vorlesungsreihe veranstalten die Neurochirurgen auch noch ein TED-Quiz, bei dem man nicht nur sich selbst überprüfen, sondern auch Bücher gewinnen kann. Außerdem Pflicht für die Klausurvorbereitung. Das zweitägige Praktikum ist gut gemacht und wer möchte, kann ein paar praktische neurochirurgische Erfahrungen machen.

Neuropathologie

Im 4. klinischen Semester kann man sich ein Semester lang von dem nicht allzu komfortablen Vorlesungssaal der Pathologen erholen, da das Institut für Neuropathologie keinen eigenen Hörsaal besitzt.  Stattdessen  geht  es in den Hörsaal des PAN-Zentrums (Anatomie). Die Neuropathologen sind sehr engagiert und machen gute Lehre. Die Folien werden ins Netz gestellt und wer sich ein bisschen mit der Neuropathologie beschäftigt und die Vorlesung besucht, wird die Klausur ohne Probleme bestehen können.

Das Praktikum ist tatsächlich sehr praktisch orientiert (so kann man beispielsweise ein Gehirn zerschneiden und es werden mikroskopische Prä- parate untersucht). Die Dozenten sind sehr engagiert, erklären sehr viel und es gibt auch bei fast allen Gruppen Kaffee – in dem neuen Gebäude der Neuropathologen!

Klinische Pharmakologie

Der pharmakologische Teil des neurowissenschaftlichen Moduls beinhaltet sowohl Seminare (Pflichtkurs!), die im Hörsaal der Pharmakologie stattfinden, als auch ATK (kein Pflichtkurs), welche im Lehrgebäude stattfinden. Einige Kurse wurden auch so umgestellt, dass sie als Praktikum laufen. Diese Form kennt ihr bereits aus den vergangenen Semestern. Ziel der Übung ist es, am Ende ein Rezept zu einer bestimmten Fragestellung zu erstellen. Die Qualität der Vorlesungen/Seminare variiert wie immer mit den didaktischen Fähigkeiten und dem Engagement der Dozenten. Insgesamt kann man aber sagen, dass die Seminare in der Pharmakologie etwas strukturierter ablaufen. Die Folien zu den Seminaren werden ins Netz gestellt. Bei der ATK werden große Themen wie antiepileptische Therapie, affektive Psychosen, Migräne und Parkinsonleiden behandelt und zum Teil werden auch Patienten vorgestellt, was sehr eindrücklich sein kann.

Radiologie, Strahlentherapie und Nuklearmedizin

Wie jedes Semester finden aus diesen Bereichen nicht wirklich viele Vorlesungen statt. Dies motiviert natürlich nicht sich groß mit den Fächern zu beschäftigen, was für manch einen zu einem kleinen Ratespiel in der Klausur führt. Wer sich jedoch etwas auf die Klausur vorbereiten möchte, findet auf den Institutsseiten der Nuklearmediziner und Radiologen einiges an Material zu den Vorlesungen.

Rehabilitation

Zur Neurorehabilitation finden zwei Vorlesungen statt. Neu ist, dass an einem Termin eine Videoübertragung aus einer Neurorehaklinik stattfindet. Das ist sehr gut gemacht man kann während der Video- konferenz Fragen an die Patienten und Mitarbeiter in der Klinik stellen.


Hals-Nasen- Ohrenheilkunde

Direkt zu Beginn des Semesters findet die Vorlesungsreihe der HNO statt. Diese wird durch ein Praktikum und Seminare vervollständigt. Die einzelnen Themenkomplexe werden hauptsächlich von der Chefin persönlich behandelt, teilweise aber auch von anderen Dozenten. Die Materialien der VL werden größtenteils relativ zeitnah ins Netz gestellt. Während der Vorlesungsreihe arbeitet man sich vom Ohr über die Nase und den Rachen bis zum Hals vor und lernt hierbei die einzelnen Krankheitsbilder kennen. Die meisten Dozenten untermalen ihre Ausführungen mit Fotos oder Bildern, was vor allem bei den traumatisch entstandenen Pathologien den einen oder andern etwas schlucken lässt. Zu den Pflichtterminen gehören die Seminare und das Praktikum. Positiv sei hier der wirklich lohnenswerte Spiegelkurs beim HNO-Praktikum zu erwähnen. Bei diesem werden die Techniken der HNO-ärztlichen Untersuchung gelehrt und in Kleingruppen eingeübt. 

Pädaudiologie

Zur Pflicht bei den Pädaudiologen gehören ein Seminar und ein Praktikum, die Kür stellen Vorlesungen im Rahmen der normalen HNO- VL und des Querschnittsbereichs Rehabilitation dar. Wie der Name schon sagt beschäftigen sich diese VL thematisch mit den Hörstörungen der Kinder. Weitere Themenbereiche sind aber auch die Sprachentstehung und deren Störungen sowie Schluckstörungen. Diese letzten beiden Themen werden dann auch noch mal im Rahmen der Reha-VL behandelt.


Augenheilkunde

Die Vorlesung der Augenheilkunde löst in der vierten Woche die HNO ab. Die Dozenten wechseln von Vorlesung zu Vorlesung, was sich auch in der didaktischen Qualität niederschlägt.  Inhaltlich „wandert“ man sozusagen von vorne bis hinten durchs Auge. Beginnend mit Erkrankungen der Lider und der Konjunktiven geht man über Krankheiten der Hornhaut, der Iris, des Glaskörpers bis zu den Pathologien der Netzhaut, um zum Schluss das Auge als Spiegel der einen oder anderen Allgemeinerkrankung kennen zu lernen. Wie bei der HNO- Vorlesung untermalen auch die Augenheilkundler die eine oder andere Erkrankung mit farbreichen und zum Teil etwas unappetitlichen Fotos.

Zusätzlich findet ein Praktikum statt. Neben den Vorlesungsfolien gibt es ein Skript, um sich vorzubereiten.


Psychiatrie

Die Vorlesung der Psychiatrie zieht sich durch das komplette Semester und findet zwei Mal die Woche statt. Die Vorlesungsqualität schwankt zwar von Dozent zu Dozent, ist aber größtenteils sehr gut. Das Tempo ist nicht zu hoch und die meisten Dozenten sind sehr darauf bedacht, dass auch alle die Thematik verstehen. In fast jeder Vorlesung findet zunächst ein theoretischer Teil statt, welcher dann durch eine Patientenvorstellung ergänzt wird. Dies macht die Vorlesung sehr abwechslungsreich und gibt den Studenten die Möglichkeit einen Einblick in die psychiatrische Gesprächsführung zu bekommen. Inhaltlich lernt man so gut wie das komplette Spektrum der Psychiatrie kennen. Von Depressionen, über Persönlichkeitsstörungen und Neurosen, bis zu schizophrenen Psychosen wird alles besprochen. Positiv sei noch erwähnt, dass zu den meisten Themen der Vorlesungen entweder im Netz Materialen zu finden sind oder Handouts ausgeteilt werden. Zum Semesterende bietet Frau Dr. Kölkebeck ein für die Klausur sehr hilfreiches Repetitorium an.

Das Praktikum der Psychiatrie ist Pflicht (sieben Termine) und findet in Kleingruppen statt. Hierbei wird sowohl die Anamnese bei einem psychiatrischen Patienten als auch das Verfassen eines psycho-pathologischen Befundes geübt. An jedem Termin wird ein Patient mit einem anderen Krankheitsbild vorgestellt. In der ersten Hälfte der Zeit interviewen ein bis zwei Studenten den Patienten und in der zweiten Hälfte werden das Krankheitsbild und das Beobachtete strukturiert und in der Gruppe besprochen. Jeder muss einen Befund schreiben und ihn dann bis Ende des Semesters zur Korrektur in der Psychiatrie abgeben. Dieser wird dann korrigiert und muss möglicherweise nochmals umgeschrieben werden.

Kinder- und Jugendpsychiatrie

Die Vorlesungen der Kinder- und Jugendpsychiatrie finden in den ersten fünf Semesterwochen an ca. zehn Terminen statt. Auch hier folgt einer theoretischen Einführung  häufig eine Patientenvorstellung oder Videobeispiele. Prof. Romer, der Klinikdirektor, bringt viel Engagement in die Vorlesungen ein (die meisten hält er selbst) und nutzt viele Fallberichte.

Psychosomatik

Die Psychosomatik findet in Form einer Vorlesung und eines Praktikums statt. Die Vorlesung wird durchgehend von Professor Heuft gehalten, welcher sich die größte Mühe gibt, den  Stoff  verständlich zu vermitteln.  Thematisch beschäftigt sich die Psychosomatik, wie der Name schon sagt, mit der Manifestation von psychischen Problemen auf der somatischen Ebene. Aber auch die Verarbeitung bzw. die Reaktion auf ein Trauma, Essstörungen oder Psychiatrie im Alter sind Themen der Vorlesung. Obwohl Professor Heuft es zu vermeiden versucht, gibt es hier und da mal thematische Überschneidungen mit der Vorlesung der Psychiatrie.

Das Praktikum ist Pflicht und findet in der Klinikgruppe an drei Terminen (jeweils 3 Stunden) im Studienhospital statt. Insgesamt gibt es sechs  Schauspielpatienten mit einer psychosomatischen Erkrankung. Die Aufgabe der Studis im Praktikum ist es dann, das Erstgespräch mit den Patienten zu führen. Dies ist eine wirklich gute Übung der (psychosomatischen) Gesprächsführung und man lernt so auch, mit etwas (bis sehr) schwierigeren Patienten und Situationen umzugehen. Nicht davon erschrecken lassen, dass dieses Gespräch 30-40 Minuten dauern soll. In diesem Fach ist das kein Problem!


Mikrobiologie II

Im 4.   klinischen Semester wird man wieder mit der Mikrobiologie konfrontiert. Dieses Mal wird der Stoff in Form eines Praktikums vermittelt. Für die Hälfte der Studenten findet das Praktikum am Anfang des Semesters statt, für die andere Hälfte am Ende. Drei Mal wöchentlich über fünf Wochen geht man ins Labor. Der Kurs beginnt immer mit einer theoretischen Einführung im Hörsaal der Mikrobiologie. Dort wird der bevorstehende Praktikumstag besprochen und auch das klausurrelevante Wissen vermittelt. Danach geht man in das schon aus dem 1. Vorklinischen Semester bekannte Labor, wo das eigentliche Praktikum stattfindet. Die ersten Termine zielen darauf ab, das theoretische Grundwissen und die praktischen Fertigkeiten zur Identifizierung eines Keimes zu erlangen. In den darauf folgenden Teilen soll das erworbene Wissen anhand von klinischen Fällen angewandt werden. Hierfür bekommt jeder Student jeweils zwei Anforderungsscheine, auf denen Patientendaten, Fragestellung und Art des Materials vermerkt sind. Nun sollen die Studenten selbstständig herausfinden, welcher Keim sich in den zur Verfügung gestellten Proben befindet. Hierzu müssen unterschiedliche Tests gemacht und Keime kultiviert werden. Ergänzend sollen die Studenten sich im Eigenstudium zu Hause erarbeiten, um welche  Keime es sich in den Proben halten könnte. Bekommt ein Student beispielsweise ein Röhrchen mit Urin, soll er sich darüber informieren, welche Keime in einer solchen Probe zu erwarten sind, welche Krankheiten diese Keime hervorrufen und wie die Therapie aussehen könnte. Während des ganzen Praktikums stehen sowohl Assistenten als auch Ärzte und stud. Tutoren als Hilfe zur Seite, so dass die gestellten Aufgaben gut zu schaffen sind. Insgesamt ist das Praktikum relativ aufwendig, macht jedoch sehr viel Spaß, da eigenständiges Arbeiten verlangt wird. Dies fördert sehr den Lernprozess, so dass am Ende so gut wie jeder mehr Ahnung von Mibi hat, als er gedacht hätte. Damit auch alle mit diesem Gefühl das Praktikum verlassen, wird das zu erarbeitende Wissen in Form von einer kurzen Abschlussprüfung abgefragt. Jeder wird zu einem seiner klinischen Fälle abgefragt und muss ein paar praktische Tests durchführen. Wer in den vorhergehenden Praktikumstagen schon ein Referat gehalten hat, wird in der Abschlussprüfung entsprechend etwas weniger zu diesem Thema befragt. Am Ende des Semesters gibt es trotzdem ein paar Klausurfragen, welche jedoch gut zu meistern sind, wenn man das Praktikum halbwegs ernst genommen hat. Um MiBi zu bestehen, muss man die mündliche sowieso die schriftliche Prüfung getrennt bestanden haben. Die Noten werden dann zusammengezählt.