9. Semester

Im sogenannten Skelett-Semester geht es etwas durcheinander. Gyn, Uro, Ortho, und Unfallchirurgie sind die großen Spieler des fünften klinischen Semesters. Nebenher ist es noch das Semester mit den meisten Klausurfragen (yeah!).


Frauenheilkunde und Geburtshilfe

Die Gynäkologie-Vorlesung einen großen Platz im Stundenplan des 5. klinischen Semesters ein. Der subjektive Eindruck von der Vorlesung hängt stark vom Berufswunsch ab. Wenn du dir gut vorstellen kannst, Gynäkologe zu werden, kannst du dir hier ein fundiertes Fachwissen aneignen. Die Vorlesungsreihe ist systematisch aufgebaut und die einzelnen Vorlesungen gut strukturiert (z.T. nur eine Krankheit pro Doppelstunde). Die Folien zu den Vorlesungen werden recht zügig im ELIAS online gestellt.

Das Praktikum ist recht ansprechend: Es gibt Kurse zum Ultraschall (an echten werdenden Müttern), der Entbindung (an Puppen) und der Brustuntersuchung (an Puppen). So ist es möglich, einen umfassenden Einblick in das Fach zu bekommen. Die Kurse finden gebündelt an zwei bis drei Nachmittagen im Studienhospital und dem Lehrsaalgebäude statt.


Bewegungsapparat

Orthopädie

Zu jeder Vorlesung gibt es ausführliches Infomaterial auf medicampus. Von Videos über Lehrbücher bis hin zu Facharztwissen ist alles dabei. So dauert die Vor- oder Nachbereitung einer Vorlesung allerdings schon mal das Doppelte an Zeit, wenn man nicht auch mal was links liegen lässt.

Das Praktikum besteht aus zwei Terminen mit je einer Fallbesprechung, in die praktische Untersuchungsübungen eingebunden sind – etwas dozentenabhängig, aber sehr lehrreich.

Unfallchirurgie

Die Unfallchirurgen sind ähnlich engagiert wie die Orthopäden.  Die  Vorlesungen sind nach Körperregionen oder Sonderthemen (Plastische Chirurgie, Polytrauma) gegliedert. Dadurch doppeln sich manche Themen, zum Knie hört man z.B. etwas in den Vorlesungen zum Oberschenkel und zu Sportverletzungen.

Prof. Raschke bietet in der letzten Vorlesung ein sehr hilfreiches Repetitorium an.

An zwei Praktikumsterminen lernt ihr an euren Kommilitonen die Untersuchung von Hüfte, Knie und Sprunggelenk.

Rheumatologie

In  fünf  Vorlesungen  lernst du endlich die Erkrankungen systematisch, die euch vorher immer schon begleitet haben, aber  bisher  immer nur Verwirrung gestiftet haben. Da das Stundenkontingent der Rheumatologen allerdings recht begrenzt ist, werden viele Krankheiten in wenig Zeit abgehandelt.


Urologie

Die Urologen versuchen den Studierenden ihr Fach schmackhaft zu machen. Die Vorlesungen überzeugen mit einer guten Schwerpunktsetzung, was dazu führt, dass auch bekennenden Nicht-Urologen so viel urologisches Wissen vermittelt wird, dass sie im ärztlichen Alltag überleben können.

Im Praktikum könnt ihr euch im urologischen Ultraschall probieren und eine Blasenspiegelung an einer Paprika durchführen. Außerdem lernt ihr die verschiedenen Möglichkeiten der Urinuntersuchung kennen.


Infektiologie

Die  Veranstaltung setzt sich zusammen aus zehn Vorlesungen, die von einem Kliniker und einem Mikrobiologen gemeinsam gehalten werden. Die  Qualität  ist  –  wie immer bei Ringvorlesungen – sehr stark abhängig von den Dozenten. Häufig bekommt man hier allerdings nochmal konkret und hilfreich zusammengefasst, wie einzelne, häufige und seltenere Infektionen in der Klinik therapiert werden können. Die Unterlagen zur Vorlesung findest du wie bei allen anderen Fächern auch im ELIAS.


Medizin des Alterns

Hierbei handelt es sich ebenfalls um eine Ringvorlesung, die von Dozenten der verschiedenen geriatrischen Abteilungen in und um Münster gehalten wird. Die Vorlesungen sind ganz gut aufeinander abgestimmt. Die Folien sind auch hier im ELIAS zu finden und eignen sich perfekt zur Vorbereitung auf die Klausur. Ergänzt wird die Vorlesungsreihe durch einen Praxistag, an dem jede Klinikgruppe in einer geriatrischen Abteilung im Großraum Münster teilnehmen muss. Der Ablauf  und die Qualität sind natürlich abhängig von der Abteilung. Die meisten Stationen sind sehr engagiert und geben sich große Mühe, den Tag interessant zu gestalten.


Palliativmedizin

Die Vorlesung Palliativmedizin wird in einem einwöchigen Block abgehandelt. Dazu kommt noch ein Praktikumstag im Studienhospital, in dem simuliert wird, einem Patienten den Umstand einer palliativen Situation samt Therapie näher zu bringen. Das Praktikum geht zwar unter die Haut, ist aber eine einmalige Gelegenheit solche Situationen zu üben. In der Lernphase gibt Dr. Lenz noch ein sehr hilfreiches Re-petitorium.


Allgemeinmedizin

Die Vorlesung der Allgemeinmedizin greift die Schwerpunkte des Semesters (Uro, Gyn, Bewegungsapparat) noch einmal auf und vermittelt einen hausärztlichen Blick darauf. Daneben werden aber auch weitere typische Krankheitsbilder einer Hausarztpraxis behandelt.


Medizinische Informatik

Die Vorlesung ist gut durchdacht und strukturiert. Ab Mitte des Semesters wird ein Skript online gestellt, das alle relevanten Vorlesungsinhalte enthält.

Im dreitägigen Kursus lernst du an Fallbeispielen DRG Codes und ICD-10 Codes zu verschlüsseln. Zudem lernt ihr ein Krankenhaus- und Arztpraxisorganisationssystem kennen. Dieser Kurs kann leider nur einen kurzen Einblick in die bürokratische Arbeits- welt des Arztes vermitteln, macht jedoch mehr Spaß, als man vorher vielleicht denkt.


Arbeitsmedizin / Umweltmedizin / Hygiene

Die drei Fächer Arbeitsmedizin, Umweltmedizin und Hygiene werden als Block gelehrt, sind aber jeweils Teil ganz unterschiedlicher Leistungsnachweise. In der Umweltmedizin bearbeitet man in kleineren Gruppen ein Schwerpunktthema. Diese werden teilweise von praktischen Übungen begleitet, zum Beispiel Lautstärkemessungen am Jungeblodtplatz beim Thema Lärm. Am Ende des Blocks werden die Ergebnisse vor allen vorgetragen.

Die Vorlesung der Arbeitsmedizin ist teilweise etwas trocken, endet aber ebenfalls mit einem Repetitorium.

In der Hygiene geht es in den Vorlesung um verschiedenste Themen, von der Sterilisation bis hin zu Noroviren. Die Theorie wird von einem Praktikum zur Händedesinfektion und korrekter Schutzkleidung bei infektiösen Krankheitsbildern begleitet. Das spezielle Seminar befasst sich mit dem Management eines MRSA-Ausbruchs und ist in POL-Form aufgebaut – warum man hier an drei Terminen die gleichen Inhalte bespricht erschließt sich allerdings nicht ganz.